„Gegen Schikane bei Hartz IV“

Wann? 18.07.2012 09:30 Uhr bis 18.07.2012 11:30 Uhr

Wo? Eidelstedter Bürgerhaus, Alte Elbgaustraße 12, 22523 Hamburg DE
Astrid Dahaba und Ralf Peters (l.), Mitglieder der Linken, veranstalten einmal im Monat einen Austausch von Hartz IV-Betroffenen. Rechtsberatung wird nicht gewährt, jedoch zuständige Ansprechpartner vermittelt. Foto: fh
Hamburg: Eidelstedter Bürgerhaus |

Selbsthilfegruppe für Empfänger von Arbeitslosengeld II – Linke will mobilisieren

von Frauke Heiderhoff

Solidarität, Trost und Hilfe: Insbesondere diese Ziele haben sich die Mitglieder der neuen Hartz IV-Selbsthilfegruppe gesetzt. Organisiert wird die Gruppe vom Bezirksverband der Linken. Die Organisatoren planen, den Gedankenaustausch Betroffener sowie den Kontakt zu erwerbslosen Menschen im Stadtteil. Hierfür organisieren sie monatlich einen Infostand vor einem Job-Center sowie ein offenes Treffen im Bürgerhaus Eidelstedt.
Hartz IV-Empfänger sollen Hilfe im Streit mit Behörden bekommen. Laut Selbstverständnis der Linken sei sie hierzu befähigt aufgrund persönlicher Erfahrungen, politischer Überzeugung und beruflicher Kenntnisse. „Diese Kompetenzen bündeln wir in Aktionen für Hartz IV-Betroffene in Eimsbüttel“, so Bernd Christiansen (Linke). Ziel sei es auch, „sinnlose Ein-Euro-Jobs und sinnlose Weiterbildungs- und Arbeitsangebote“ zu verhindern.
Häufig fühlen sich Betroffene für ihre Armut selbst verantwortlich. Vielen fehle die Kraft, sich für ihre Rechte einzusetzen. Die Linke habe es „als notwendig“ erachtet, die Gruppe ins Leben zu rufen, sagt die Bezirksabgeordnete Astrid Dahaba. Gerade Menschen ab 45 Jahren finden oft keine Arbeit mehr. Weiterer Kritikpunkt: „Jungerwachsene werden oft nur gefordert und nicht genügend individuell gefördert“, so Dahaba.
Zum ersten Treffen der Hartz IV-Bezieher kamen Menschen aus den unterschiedlichsten Lebenssituationen. Unter ihnen war sowohl eine alleinerziehende 40-jährige Mutter aus Eimsbüttel als auch ein von Altersarmut betroffener Eidelstedter.
Wie die Betroffenen Hartz IV begreifen? „Als offenen Strafvollzug“, so ein Gruppenmitglied, das anonym bleiben will. Zudem sei Hartz IV „ein sicherer Weg in die millionenfache Altersarmut“. Betriebswirt Christiansen ergänzt: „Das Menschenwürdegebot, Artikel 1 Grundgesetz, wird durch die Regelung fundamental verletzt.“ Weiter sagt er: Die Gruppenmitglieder verstehen sich als „Menschen, die sich gegen Schikane und ungerechte Behandlung in Jobcentern zur Wehr setzen“.

Termine für das erste Halbjahr 2012
Erfahrungsaustausch und gemeinsames Frühstück: Jeden dritten Mittwoch im Monat trifft sich die Selbsthilfegruppe Hartz IV im Eidelstedter Bürgerhaus, Alte Elbgaustraße 12, von 9.30 bis 11.30 Uhr. Treffen: 18. April, 16. Mai, 20. Juni, 18. Juli. Zudem gibt es Infotische vor dem Jobcenter Fangdiekstraße ab 8 Uhr: Termine sind am 2. Mai, 1. Juni und 2. Juli an der Fangdieckstraße 53. fh
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