Gegen das Klischee

Tahira Malik (M.) wurde mit dem Bürgerpreis der Bezirksversammlung Eimsbüttel ausgezeichnet. Bürgerhaus-Chef Holger Börgartz hatte die Juristin für den Preis vorgeschlagen, Integrationsbeauftragte Helga Wallat hatte das Nachhilfeprojekt unterstützt. (Foto: rs)

Tahira Malik erhält Bürgerpreis für Nachhilfeprojekt

- Reinhard Schwarz, Eidelstedt/ Eimsbüttel - "Wir verdecken unseren Kopf, aber nicht unser Gehirn.“ Mit diesen Worten möchte Tahira Malik (31) Mädchen aus dem muslimischen Kulturkreis ermutigen, mehr in ihre Bildung zu investieren. Für ihr Engagement wurde die Schnelsenerin von der Bezirksversammlung Eimsbüttel zusammen mit drei weiteren Ehrenamtlichen mit dem Bürgerpreis ausgezeichnet.
Vom Oktober 2012 bis Ende September 2013 hatte die 31-Jährige im Bürgerhaus Eidelstedt ein Nachhilfeprojekt für Mädchen aus unterschiedlichen Kulturkreisen angeboten und betreut. Bürgerhaus-Chef Holger Börgatz hatte die Juristin, Mutter zweier Kinder im Alter von drei und zehn Jahren, für diesen Preis vorgeschlagen. „Das Ziel war es, Jüngere zu ermutigen, sich ehrenamtlich zu betätigen“, erklärt Börgartz. Denn in der Regel würden Ältere geehrt, die auf eine lange Lebensleistung zurückblicken können.
Vor der Bezirksversammlung sagt Tahira Malik: „Ich möchte dem Klischee entgegenwirken, wonach Muslime in Deutschland bildungsunwillig sind.“ Sie lobte Holger Börgartz, der die Laudatio auf sie hielt, sowie Helga Wallat, Integrationsbeauftragte des Bezirks Eimsbüttel: „Die Hausaufgabenhilfe hat nur geklappt, weil Frau Wallat und Herr Börgartz so viel Vertrauen in das Projekt gesetzt haben.“ Junge Mädchen gerade aus dem muslimischen Kulturkreis hätten häufig ein niedriges Selbstbewusstsein, konnte Malik beobachten. „Wir wünschen uns, dass sie mehr an sich glauben würden.“
Tahira Malik kam im Alter von vier Jahren mit ihren Eltern von Pakistan nach Deutschland. Die Familie gehört einer islamischen Reformgemeinschaft an, der Ahmadiyya Muslim Gemeinde. Diese ist in Pakistan häufig Verfolgungen ausgesetzt. Im Gegensatz zu Fundamentalisten interpretiert diese Gemeinde den Koran „modern“, also nicht wortwörtlich. In Pakistan gehören dieser Religionsgruppe meist eher bildungsbewusste Menschen an.
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Tahira Malik aus Eimsbüttel | 03.10.2013 | 01:27  
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