„Ganz viel lernen“

Noch ein paar Tage in der Kita, dann geht es für Natacha aus Lurup in der Schule los. (Foto: ml)
 
Ranzen und Mäppchen hat sie parat, ihren Namen kann Dutschem schon schreiben. (Foto: ml)

Schulstart: Zwei Erstklässlerinen erzählen, worauf sie sich freuen

Von Maren Langenbach

„Ich freue mich aufs Lernen, ganz viel möchte ich lernen. Und auf den Sportunterricht, Turnen, Klettern und Tanzen, das kann ich nämlich richtig gut.“ Noch ein paar Tage wird Natacha die Kindertagesstätte „böv 38“ im Stadtteilhaus Lurup besuchen, dann kommt sie in die Tigerklasse der August-Hermann-Francke-Schule in Bahrenfeld. Und dann kann sie auch endlich den Ranzen zeigen. „Blau ist er, mit dem Indianerjungen Yakari drauf, der ist auch auf der Federtasche. Yakari-Geschichten mag ich“, erzählt die gebürtige Portugiesin.
Vor drei Jahren kam sie mit ihrer Familie nach Deutschland. „Bis dahin hatte sie natürlich kein Wort Deutsch, sondern nur Portugiesisch gesprochen“, erinnert sich Rita Sibilitz, Heilerzieherin und Tagesmutter von Natacha.
Mittlerweile hat das fröhliche Mädchen mit den langen pechschwarzen Haaren Portugiesisch fast verlernt, erzählt in akzentfreiem Deutsch, was es bereits alles kennt: „Zahlen und Buchstaben haben wir in der Vorschulgruppe meiner Kita gelernt, und die kann ich schon schreiben“, sagt sie stolz, während sie ihren Materialordner präsentiert.
Zum Abschied übernachten alle zukünftigen Schulkinder mit ihren Erzieherinnen in der Kita. „Dann feiern wir und backen Pizza, darauf freue ich mich. Und danach, ja, dann bin ich ein Schulkind.“

Dutschem-Nupelda hat schon Post von ihrer Lehrerin bekommen – mitsamt Foto. „Die sieht nett aus darauf. Und sie ist auch neu an der Schule, wie ich. Dann fangen wir beide dort an“, sagt die Sechsjährige. Ab 1. September geht sie in die Max-Traeger-Schule in Eidelstedt. Mit großen Buchstaben klebt das Mädchen mit kurdischen Wurzeln ihren Namen auf das hellgrüne Papier klebt, das die Lehrerin ihr geschickt hat. „Ein Namensschild für die Schule, damit jeder weiß, wie ich heiße.“
Während andere Eltern bereits Wochen vor dem Schulstart aufgeregt und sorgenvoll vor sich hin grübeln, versucht Mutter Leyla Arik cool zu bleiben. „Mein Mann und ich wollen nicht, dass sie Angst bekommt, weil wir so viel davon reden oder organisieren für ihren Schulanfang. Wir möchten ihr zeigen, dass es ganz normal ist, was jetzt auf sie zukommt. Mit sechs Jahren kommt man eben in die Schule.“
Deutsch, Kurdisch, Türkisch und ein bisschen Englisch sind die Sprachen, die Dutschem bereits spricht. Auch Auswendiglernen macht ihr keine Mühe. „Wenn sie abends eine neue CD mit Kinderliedern hört, kennt sie am nächsten Tag schon die kompletten Texte. Ich denke, es wird höchste Zeit, dass sie in die Schule kommt.“ Das meint Dutschem auch und setzt ihren Ranzen schon mal probeweise auf den Rücken. Rot ist er, in Dutschems Lieblingsfarbe.

In Zahlen: Erstklässler an Grundschulen


Fridtjof-Nansen-Schule 136
Grundschule Franzosenkoppel 58
Grundschule Luruper Hauptstraße 39
Schule Langbargheide 41
Schule Barlsheide 76
Schule Kroonhorst 46
Grundschule Lohkampstraße 38
Max-Traeger-Schule 38
Schule Furtweg 53
Schule Heidacker 69
Schule Rungwisch 62

Quelle: Schulbehörde, Stand: März 2015; neuere Zahlen kann die Behörde nicht vorlegen.
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