Früh in der Familie eingesetzt

Verein will Ausbildung von Sinti-Jugendlichen zu Sozialassistenten fördern

Von Jasmin Bannan/ Gaby Pöpleu

Wenn Christian Rosenberg über seinen Sinti-Verein spricht, schwingt Stolz in seiner Stimme mit. „Unser Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Position der Sinti und Roma in der Gesellschaft durch Bildung zu festigen“, erklärt der Vereinsvorsitzende. Er arbeitet für die rund 6.000 Sinti- und Roma-Familien in Hamburg.
Das Konzept beruht auf drei Säulen: Der Mutter-Kind-Gruppe, der sozialen Beratung für alle Lebensfragen und dem Coaching für Selbständige. „Wir möchten die Sinti und Roma animieren, sich durch Bildung in die Gesellschaft zu integrieren und dabei auch die eigene Kultur zu bewahren.“
Als zertifizierter Bildungsberater bietet Christian Rosenberg auch seine Hilfe in Schulen an. Er vermittelt, klärt auf und unterrichtet. Außerdem arbeitet Christian Rosenberg an einem Konzept für eine anerkannte Ausbildung für Roma und Sinti zu sozialpädagogischen Assistenten. Denn hier prallen Sinti- und Mehrheitskultur oft ungünstig aufeinander: „Die Sinti-Jugendlichen werden schon früh in familiäre Aufgaben integriert: Jungs übernehmen väterliche Aufgaben, Mädchen versorgen jüngere Geschwister.“ Das Problem:  Durch ihre Aufgaben in der Familie können junge Sinti dann nicht so regelmäßig am regulären Unterricht teilnehmen. Rosenberg will dafür sorgen, dass auch diese Jugendlichen eine Ausbildung bekommen. „Wir hoffen, dass Ende des Jahres der erste Jahrgang starten kann.“

Kulturabend zum besseren Kennenlernen
Damit auch Außenstehende die Sitten und Bräuche der Sinti und Roma besser verstehen, plant der Vorstand des Vereins noch vor den Sommerferien
einen Kulturabend für alle, die sich für die Kultur der Sinti und Roma interessieren. „Ein idealer Ort, um Fragen zu stellen“, findet Rosenberg.
Grundsätzlich ist Christian Rosenberg Transparenz wichtig – eine Transparenz und auch ein Entgegenkommen, das er auch von „seinen eigenen Leuten“ verlangt.

Sinti und Roma leben seit Jahrhunderten in Europa, die Sinti seit dem 15. Jahrhundert, die Roma seit dem 19. Jahrhundert. In ihren jeweiligen Heimatländern bilden sie historisch gewachsene Minderheiten. Sinti kommen meist aus West- und Mitteleuropa, Roma aus Ost- und Südosteuropa.
Die Sinti sind in der Regel deutsche Staatsbürger, während Roma oft staatenlos sind. Die etwa 70.000 in Deutschaland lebenden deutschen Sinti und Roma sind als so genannte „nationale Minderheit“ anerkannt. Neben Deutsch sprechen sie als zweite Muttersprache Romanes.

Weitere Informationen gibt es per E-Mail unter info@sinti-verein.de oder unter
www.sinti-verein.de
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