Flüchtlinge an den Furtweg

In 20 der leer stehenden Wohnungen sollen Menschen aus Syrien ziehen. Nach Ende der Demo gegen den Leerstand am Furtweg 32-34 besichtigten Demonstranten die Wohnanlage. (Foto: rs)

Syrer sollen für zwei Jahre in leer stehende Wohnungen ziehen

- Reinhard Schwarz, Eidelstedt - Im Streit um leer stehende Wohnungen am Furtweg 32-34 bahnt sich eine überraschende Wendung an. Nach einer Mitteilung von Fördern & Wohnen sollen in 20 der Wohnungen syrische Bürgerkriegsflüchtlinge einziehen. Vorher sollen die Wohnungen renoviert werden.
„Es handelt sich um ein Kontingent von Kriegsflüchtlingen, die aus humanitären Gründen in der EU aufgenommen werden. Hamburg nimmt insgesamt 128 Flüchtlinge auf“, sagt Christiane Schröder, Sprecherin von Fördern & Wohnen, eine Anstalt des öffentlichen Rechts im Besitz der Hansestadt Hamburg. Zeitrahmen dieser Maßnahme: zwei Jahre.
Die Wohnanlage gehört der EVG Entwicklungs- und Verwaltungsgesellschaft für Geschäfts- und Freizeitzentren. Deren Geschäftsführer ist Wolfgang Peter Greve, Schwiegersohn des Hamburger Ehrenbürgers und Mäzens Helmut Greve.
Unklar ist, wie es zu dieser Entscheidung gekommen ist. Bei der EVG zeigt man sich nicht sonderlich auskunftsfreudig. „Die Geschäftsleitung gibt dazu keine Auskünfte“, erklärt eine Mitarbeiterin kurz angebunden.
Näheres weiß auch das Bezirksamt Eimsbüttel nicht. „Uns ist der Vorgang bekannt“, sagt Sprecherin Aileen Röpcke, „wir waren aber in die Verhandlungen nicht involviert.“
Kürzlich noch hatten rund 50 Menschen gegen den Leerstand am Furtweg demonstriert. Die Eidelstedter LINKE hatte zu der Demo aufgerufen.Nach Zählung des Mieters Jean Kazanciyan stehen 28 Wohnungen leer, die teilweise schon seit Jahren nicht genutzt werden.
Im Furtweg 32-34 leben auch viele Menschen, die vorher am Lüttwisch wohnten. Die Anlage dort gehörte ebenfalls dem Greve-Konzern. Sie wurde vor einigen Jahren abgerissen und durch Neubauten ersetzt. Diese Mieter befürchten, dass „ihre“ Wohnanlage nun dasselbe Schicksal ereilt: erst Leerstand, dann Abriss. Nichtsdestotrotz befinden sich auch die vermieteten Wohnungen nach Angaben von Mietern in einem so schlechten Zustand, dass sich weiterhin die Frage nach Renovierung und Erneuerung stellt.
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