Feilschen um jeden Quadratmeter

Rund 130 Luruper informierten sich über den geplanten Technologiepark in ihrem Stadtteil. Große Begeisterung lösten die Pläne nicht aus. (Foto: ch)
 
Altonas Baudezernent Dr. Reinhold Gütter war „not amused“. Er befürwortet den geplanten Technologiepark uneingeschränkt. Die Skepsis der Luruper („Was haben wir damit zu tun?“ „Was wird aus der Hundeauslauffläche?“) konnte er nicht teilen. (Foto: ch)

Diskussion um den geplanten Technologiepark Lurup

von Christiane Handke, Lurup - Vergangene Woche wurde Luruper Bürgern ein Projekt vorgestellt, das die Stadt Hamburg am Vorhornweg plant: der fünf Hektar große Technologiepark Lurup. Die Reaktion der Bürger: Skepsis. Doch das wird wenig Wirkung zeigen. Die Würfel für den Technologiepark sind schon vor Jahren gefallen. Und die letzten Gegner aus der Grünenfraktion in Altona sind dabei, ihren Widerstand aufzugeben und den Weg zum Technologiepark freizumachen.
Um diesen zu verwirklichen, hatte der Senat noch in schwarz-grünen Zeiten für zehn Millionen Euro eine 4,3 Hektar große Wiese am Vorhornweg gekauft. Hamburg zahlte für das Grünland den Gewerbeflächen-Preis - eine Investition, die sich lohnen muss: Der Technologiepark muss her. Ein entsprechender Beschluss ging durch die Bürgerschaft.
Doch seine Verwirklichung scheiterte am Widerstand der Altonaer Grünen. Die, allen voran Lars Andersen, fanden die Pläne für den Technologiepark „sinnlose Naturzerstörung“.
Jetzt sind die Grünen in Altona Partner der SPD. Diese befürwortet den Technologiepark ebenso wie ihr Vorgänger CDU und findet sich nun deshalb ebenfalls im Clinch mit den Grünen. SPD-Fraktionschef Thomas Adrian: „Wir haben das Problem geerbt“.
Doch es gibt einen großen Unterschied zwischen damals und heute: Von der Verwirklichung des Bebauungsplans hängen inzwischen Entscheidungen ab, die die Zukunft einer Schule und eines Sportvereins sichern. (siehe Infokas-ten). Und diese Entscheidungen müssen schnell getroffen werden. Das weiß auch Lars Andersen und findet gegenüber dem Wochenblatt mildere Töne als 2010, als er noch von „Zubetonierung der Luruper Feldmark“ sprach: „Ich werde mich nicht um einen halben Hektar zerstreiten.“
Ein Kompromiss scheint gefunden: Man weist die anderthalb Hektar große Gewerbefläche direkt an der Ecke Elbgaustraße/Luruper Hauptstraße, wo früher Pit Stop war, ebenfalls für den Technologiepark aus. Damit verschlingt der fünf Hektar große Technologiepark lediglich 3,5 Hektar Grün. Thomas Adrian ist zuversichtlich: „Das kriegen wir hin.“
Also ist am Technologiepark nicht zu rütteln? Ausgerechnet Lars Andersen meint: „Festgezurrt ist noch gar nichts.“

Kurzinfos:
Alles wird anders
Lurup 62 heißt der Bebauungsplan, der ein Gebiet von rund 13 Hektar zwischen dem Volkspark im Südosten, der Rückseite der Gewerbe-Grundstücke an der Luruper Hauptstraße im Südwesten und dem Vorhornweg im Nordwesten umfasst und zusätzlich das Gebiet der Schule Vorhornweg einschließt.
Innerhalb dieser Grenzen soll alles anders werden: Die Gebäude der Schule Vorhornweg werden abgerissen, der SV Lurup zieht mit seinen Sportplätzen von der Flurstraße an den Vorhornweg und macht damit bei der Stadtteilschule Lurup Platz frei. Damit kann diese erweitert werden, damit alle, heute auf drei Standorte verteilte Schüler an einem Standort zur Schule gehen können.
Diese Pläne finden in Lurup viel Anklang. Der Sportverein freut sich auf modernen
Kunstrasen, der Schulleiter auf eine kompakte Schule im Mittelpunkt des Stadtteils.
Das Haar in der Suppe stellt für viele Luruper der geplante Technologiepark dar.
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