Falschgeld im Sportstudio

Echt oder nicht? Eine Mitarbeiterin eines Fitnesscenters in Eidelstedt stand wegen Geldfälschung und Diebstahls vor Gericht. Die 51-Jährige tauschte bei Kunden echte Geldnoten gegen gefälschte aus. (Foto: Margot Kessler / pixelio.de)

Angestellte eines Sportcenters tauschte heimlich echte Banknoten gegen gefälschte aus

Reinhard Schwarz, Eidelstedt - Bei mir war das Leben total weg, Job weg, alles weg.“ Die Angeklagte (51) hatte sich in ihrem bisherigen Leben nichts zuschulden kommen lassen, doch dann brachte sie eine Idee fast hinter Gitter. Caroline W. (Name geändert), 19 Jahre lang Mitarbeiterin eines Fitnesscenters in Eidelstedt, sitzt neben ihrer Anwältin und verbirgt ihr Gesicht vor dem Blitzlicht des Pressefotografen. Der Vorwurf gegen die stämmige Frau mit Kurzhaarfrisur: Sie soll mit Hilfe eines Nachschlüssels Spinde von Kunden des Sportstudios geöffnet haben und immer wieder echte Banknoten gegen gefälschte eingetauscht haben.
Acht Fälle konnten ihr nachgewiesen werden. Anfangs waren es nur 20 Euro-Scheine, später 50 Euro-Blüten und auch 100-Euro-Scheine. Die Betroffenen entdeckten erst später, dass ihnen Falschgeld untergeschoben wurde, konnten aber keinen Zusammenhang zum Sportstudio herstellen. Der Vermögensschaden beträgt rund 1.000 Euro.
Die Angeklagte gibt die Taten zu, aber sie habe die Banknoten nicht gefälscht. Vielmehr habe sie angeblich in einem offenen Spind „eine Plastiktüte mit 120 Euro und schlecht gemachtem Falschgeld gefunden“, erklärt die Verteidigerin im Namen ihrer Mandantin. Da sei der Angeklagten die Idee gekommen, den Kunden die Blüten unterzuschieben und das echte Geld einzustecken. Das klappte zwischen September 2011 und Januar 2013 ganz gut, bis schließlich ein Kunde Verdacht schöpfte. Er hatte seine Geldbörse in einem separaten Wertfach deponiert und musste anschließend feststellen, dass er plötzlich Blüten im Portemonnaie hatte. Wütend verlangte er Aufklärung.
„Ich wollte das ja nicht mehr“, stammelt Caroline W. vor Gericht mit gesenktem Kopf und presst die Hände aufeinander. „Ich wollte nur, dass es nicht gleich entdeckt wird.“ Geldnot habe sie zu der Tat gebracht. Bei einem Stundenlohn von etwa zwei Euro kam sie auf 200 Euro im Monat, trotz zahlreicher Weiterbildungen als Trainerin. Als strafmildernd bewertet das Gericht, dass Caroline W. nicht vorbestraft ist. Sie bereut die Taten, zahlt den Schaden ab. Das Urteil: ein Jahr und vier Monate Gefängnis auf Bewährung.
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.