Etappensieg für Anwohner

Protest gegen mehr Autos: Die Bewohner des Brachvogelwegs befürchten eine deutliche Verkehrszunahme in „ihrer“ Straße, wenn die Kita gebaut wird. Foto: cvs

Brachvogelweg: SterniPark bekommt offenbar keine Genehmigung für Kita-Pläne

Ch. v. Savigny, Lurup

Aufatmen im Brachvogelweg: Nach Informationen von Wolfgang Kaeser (SPD Altona) hat der geplante Kita-Neubau der SterniPark GmbH im Brachvogelweg keine Baugenehmigung bekommen. Der Hamburger Kita-Träger wollte am Ende der Luruper Wohnstraße einen Rundbau für acht Kitagruppen und 120 Kinder errichten (das Wochenblatt berichtete). Zudem sollten Mitarbeiterwohnungen und eine Großküche entstehen. Die enormen Dimensionen des Neubauprojekts gaben offenbar den Ausschlag für die Ablehnung. Die SPD rechnet nun mit einem überarbeiteten Bauantrag. SterniPark hat sich bis Redaktionsschluss nicht geäußert.
Nachdem die SterniPark GmbH im vergangenen Jahr ihre Pläne öffentlich gemacht hatte, protestierten Anwohner vor Ort. Hintergrund: Im Brachvogelweg ist ein Wohnprojekt mit über 100 Mitgliedern ansässig, davon etwa ein Fünftel unter 14 Jahre alt. Die Straße, die an vielen Stellen kaum mehr als drei Meter breit ist, wird als Spielfläche genutzt. Für Autos ist Schrittgeschwindigkeit vorgeschrieben.
Luruper Forum kritsiert
gewebliche Nutzung
In den Streit um die geplante Kita hatte sich zuletzt auch das Luruper Forum eingeschaltet. Wichtigster Kritikpunkt: Beim geplanten Bau der Großküche (für schätzungsweise 800 Essen täglich) plus mehreren Wohnungen sei eher von einer gewerblichen Nutzung auszugehen. Das Forum spricht in dem Zusammenhang von „Zweckentfremdung“, da das Vorhaben nicht dem geltenden Bebauungsplan („Kita-Nutzung“) entspreche.
Das Bezirksamt will sich dazu nicht weiter äußern. „Der Fall ist noch nicht abgeschlossen“, sagt Amtssprecher Martin Roehl. Auch allgemeingültige Aussagen zum Thema Genehmigung will er nicht treffen: „Jedes Bauvorhaben ist in seiner Konstellation individuell zu beurteilen.“
Für Unmut hatte zudem gesorgt, dass die benachbarte Emmaus-Gemeinde nichts von der Grundstücksvergabe erfahren hatte – in dem Fall nämlich hätte die Zufahrt über den Kleiberweg erfolgen können. „Wir wollten zwar ebenfalls bauen, das war aber schon vor 20 Jahren und wurde inzwischen ad acta gelegt“, sagt Pastorin Birgit Mahn. Trotzdem sei sie mit SterniPark als künftigen Nachbarn nicht glücklich. „Die Einfahrt der geplanten Tiefgarage liegt direkt neben unserem Grundstück. Wir werden mit Belastungen durch Abgase
zu kämpfen haben“, befürchtet sie.
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