Einladung von Wulff: Luruper im Schloss Bellevue

Dr. Mohammed Khalifa vermittelt seinen Projektteilnehmern die arabische Kultur in Deutschland. Für seinen unermüdlichen Einsatz wurde er nun vom Bundespräsidenten Christian Wulff im Schloss Bellevue empfangen. Foto: privat
Berlin: Schloss Bellevue | von Frauke Heiderhoff

Händeschütteln mit dem Bundespräsidenten Chris- tian Wulff höchstpersönlich: Der Luruper Dr. Mohammed Khalifa hat die Gratulationen Wulffs beim Neujahrsempfang im Schloss Bellevue dankbar entgegengenommen. Im Zuge des Neujahrsempfangs wurden seine Verdienste rund um die Verständigung zwischen der deutschen und der arabischen Kultur gewürdigt. Außer ihm ehrte Wulff noch 69 weitere Bürger des Landes.
Der Hamburger Universitätsdozent für Arabistik und Islamwissenschaft empfand die Auszeichnung als „große Ehre“. „Erstmals würdigt in Deutschland jemand mein ehrenamtliches Engagement“, freut sich der Vater dreier Töchter.
Was die Affäre Wulff betrifft, gibt sich der Ägypter entspannt: „Schade, dass sich Herr Wulff hinsichtlich der Urlaubs- und Kreditvorwürfe nicht früher der Öffentlichkeit gestellt hat.“ Denn dann wäre „die Affäre niemals derartig eskaliert“. Beim Empfang selbst sei das Staatsoberhaupt –wie auch Bundeskanzlerin Angela Merkel – „zu uns ausgesprochen freundlich“ gewesen. Eine Anspannung konnte Khalif dem umstrittenen Bundespräsidenten nicht anmerken.
Die Auszeichnung erhielt Khalifa für seine Projekte rund um den Austausch zwischen Deutschen und Arabern. Kulturelle und religiöse Gemeinsamkeiten der beiden Völker stehen dabei im Vordergrund. Die Projektteilnehmer kommen sich näher, gewinnen Verständnis für die Sichtweise des Anderen.
Khalifas Engagement ist vielfältig: So organisiert der 49-Jährige am Afrika-Asien-Institut, an dem er lehrt, einmal im Jahr eine Kulturexkursion. Dazu gehören: Treffen und Austausch mit Literaten, Künstlern, Politikern, Medien- und religiösen Vertretern in Ägypten. Auch der Besuch von Gotteshäusern beider Religionen steht auf der Tagesordnung.
Einmal im Jahr organisiert Khalifa eine Kulturwoche. Weitere Veranstalter sind Universität, Völkerkundemuseum, Hamburger Kulturbehörden und Nordelbische Kirche. Zudem initiiert Khalifa Lesungen und hat einen Kinderchor ins Leben gerufen, der in fünf Sprachen singt. Davon konnte er dem Bundespräsidenten in Berlin aus Zeitgründen nichts erzählen – „es war aber trotzdem“, so Mohammed Khalifa, „ein sehr schöner Tag“.
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