Eine Reise in die Kindheit

Spielzeug von einst: Ein Eidelstedter hat diese mit viel Liebe zum Detail gebastelte Holzeisenbahn dem Heimatmuseum leihweise zur Verfügung gestellt. Die Holzbahn stammt vermutlich aus den 1940er Jahren, vermutet Wolfgang Wallach), der mit einer kleinen Gruppe das Heimatmuseum betreut. (Foto: rs)

Heimatmuseum Eidelstedt sucht Exponate für geplante Ausstellung

Sie ist ein Relikt aus längst vergangenen Zeiten: Die aus Holz und Blech gezimmerte Lokomotive mit ihrem Anhänger und einem selbst gebauten Kran hat die Jahre überdauert und stammt wohl aus den 1940er Jahren, vermutet Wolfgang Wallach vom Heimatmuseum Eidelstedt. Die Holzbahn soll Teil einer Ausstellung werden, die unter dem Motto „Kindheit früher und heute“ steht. Eidelstedter und andere Interessierte sind aufgerufen, dem Heimatmuseum leihweise Exponate zur Verfügung zu stellen. Die Ausstellung soll im April eröffnet werden, kündigt der pensionierte Gymnasiallehrer an.
„Ziel ist es, die Menschen mit einzubeziehen, die etwas über das Spielzeug oder andere Gegenstände erzählen können“, erläutert Wallach, der seit 1990 in Eidelstedt lebt. Es müsse nicht unbedingt Spielzeug sein, sagt er und präsentiert einen alten Koffer, den jemand am Straßenrand gefunden hatte. Innen befindet sich eine handgeschriebene Liste, die Auskunft gibt über den einstigen Inhalt: „Sechs Schlüpfer, drei paar Strümpfe, eine Zahnkreme, zwei Kleider, eine Kulturtasche, eine Puppe“. In krakeliger Kinderschrift steht darunter noch: „ein Pulover“. Über der Auflistung findet sich der Name „Margret Krause“.
„Der Koffer stammt wohl aus der Zeit der Kinderlandverschickung während der Zeit der alliierten Bomberangriffe in den 1940er Jahren“, mutmaßt Wallach, der an der Julius-Leber-Schule in Schnelsen Geschichte und Englisch unterrichtete. Dass die Liste eine Puppe erwähnt, lasse darauf schließen, dass das Mädchen „noch nicht so groß gewesen sein kann“. Das Thema „Kindheit und Krieg“ sei schon ein Anlass, „darüber nachzudenken, was die Kinder der 1940er-Jahre erlebt haben“.
Wallach hofft, dass noch mehr Spielzeug oder auch andere Gegenstände gebracht werden, die mit Kindheit einst und jetzt zu tun haben. „Es hat sich jemand gemeldet, der eine kleine Westernstadt mitbringen will. Ich hoffe, dass wir damit auch eine Ecke gestalten können“, schwärmt er. „Denn Western und Karl May haben in den 1960er-Jahren doch auch unsere Fantasie beflügelt – so wie vielleicht heute Tolkien und seine Bücher.“
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