Ein Haus für alle – wer macht mit?

Susanne Priebitz-Potocnik, hier im größten Raum des ReeWie-Hauses, ist Projektleiterin des Nachbarschaftstreffs in Eidelstedt-Ost. (Foto: rs)
Hamburg: ReeWie-Haus |

ReeWie-Haus: Seit fünf Jahren gibt es den Nachbarschaftstreff in Eidelstedt-Ost

Von Reinhard Schwarz, Eidelstedt

„Unser Haus lebt durch all jene, die mitmachen“, sagt Susanne Priebitz-Potocnik. „Unser Haus“: Das ist das ReeWie-Haus, benannt nach den beiden größten Straßen Reemstückenkamp und Wiebischenkamp in Eidelstedt-Ost. Susanne Priebitz-Potocnik ist Projektleiterin des ReeWie-Hauses, das es seit 2010 gibt. Hier treffen sich Anwohnergruppen, Ältere, Jüngere, viele davon mit ausländischem Hintergrund. Eidelstedt-Ost, eine Wohn-Insel zwischen Holsteiner Chaussee und dem Autobahndreieck Hamburg-Nordwest, wird geprägt von Saga-Bauten der 1960er und 1970er Jahre. Einfamilienhäuser und viel Grün lockern die Bebauung auf. Mittendrin befindet sich das ReeWie-Haus am Wiebischenkamp 58.
„Das ist hier wie ein kleines Dorf, ein schöner Stadtteil für sich“, schwärmt Priebitz-Po-tocnik. Tatsächlich: Nach einigen Schritten ins Viertel hinein hört man keinen Verkehrslärm mehr. Aber eine reine Idylle ist der Stadtteil auch nicht. „Die Arbeitslosigkeit ist ziemlich hoch hier im Viertel“, sagt die Projektleiterin. Die meisten Anwohner können finanziell keine großen Sprünge machen, viele leben von Hartz IV oder einer kleinen Rente. Trotzdem ist eine Menge los in dem bunten, eingeschossigen Haus. „Wir haben hier das Familien-Café, einen Handy- und einen Tanzkursus sowie eine vegane Kochgruppe“, listet Dagmar Castan einige der Gruppen auf. Sie ist ebenso wie Priebitz-Potocnik beim Beschäftigungsträger einfal angestellt und betreut Langzeitarbeitslose.

Die Haus-Chefinnen hoffen auf noch mehr Engagement

Im Keller turnt dienstagmittags eine Seniorensportgruppe des SV Eidelstedt, im selben Raum treffen sich zu anderen Zeiten Jugendliche zum Billard oder Tischfußball. Im ReeWie-Haus hat auch Cemalattin Zeyrek sein Büro. Der Straßensozialarbeiter gehört zum Träger Mobi, er ist Ansprechpartner für die Jugendlichen im Viertel. Einmal im Monat organisiert Zeyrek ein Frühstück mit seinen Schützlingen.
Trotz der vielen Gruppen und Initiativen sind die beiden Haus-Chefinnen nicht ganz zufrieden: „Wir würden uns freuen, wenn sich mehr Leute engagieren würden.“ An Ideen mangelt es nicht. Kürzlich habe eine Frau angerufen und gefragt, ob sie anderen zeigen könne, wie man eine Torte herstellt. Auch gute Nachbarschaft geht wohl manchmal durch den Magen.

Sprechzeiten

Wer sich über Gruppen im ReeWie-Haus, Wiebischenkamp 58, informieren, selbst eine Gruppe ins Leben rufen oder einen Raum mieten möchte, kann montags bis freitags von 10 bis 16 Uhr
unter S 65 86 94 – 08 anrufen. Wer persönlich vorsprechen möchte, hat dienstags von 16 bis 17 Uhr, mittwochs von 14 bis 15.30 Uhr, donnerstags von 11 bis 12 Uhr oder nach Absprache dazu Gelegenheit. RS
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