Eidelstedts Moslems: „Wir lehnen Gewalt ab!“

Der Vorsitzende der Gemeinde Mehmet Ünver (l.) und das ehrenamtliche Mitglied Mehmet Ariduru lehnen Gewalt ab. Sie öffnen die Türen der Islamischen Gemeinde Schnelsen-Eidelstedt für jeden Mitbürger. Fotos: fh
Hamburg: Islamische Gemeinde Schnelsen-Eidelstedt |

Die vor zehn Jahren nach Eidelstedt gezogene Gemeinde kritisiert Übergriffe auf Botschaften

Frauke Heiderhoff/René Dan, Eidelstedt
Das umstrittene Mohammed-Video, das weltweit zum Protest Zehntausender und zum Tod Dutzender Menschen geführt hat, sorgt auch in Eidelstedt für Diskussionen. Die Islamische Gemeinde Schnelsen-Eidelstedt kritisiert einerseits die im Internet gezeigten Ausschnitte, die den Propheten Mohammed verunglimpfen: „Man muss Respekt vor anderen Religionen haben“, fordert Mehmet Ünver, Vorsitzender der Gemeinde Schnelsen-Eidelstedt. Andererseits betont er: „Wir verurteilen aufs Schärfste die Übergriffe auf Botschaften und die Ermordung der amerikanischen Diplomaten.“
Im Koran stehe geschrieben, so Mehmet Ünver, „Du sollst nicht töten!“ Und so ist für ihn klar: „Wir lehnen Gewalt ab.“ Protest gegen das Video sei legitim, doch er müsse friedlich bleiben. Soll aber der Film in Deutschland öffentlich gezeigt werden? Er persönlich hätte nichts dagegen, es sei aber besser, „darauf zu verzichten, um nicht radikale Gruppen zu provozieren“.
Ein Beispiel friedlichen Miteinanders gab die islamische Gemeinde Schnelsen-Eidelstedt vor Kurzem bei ihrer Feier zum zehnjährigen Bestehen in Eidelstedt. Zahlreiche Gäste aus Hamburg und Umgebung waren zur Moschee an den Wiebischenkamp 23 gekommen.
Viele Gemeindemitglieder sind ehrenamtlich aktiv. Gleich, ob es um das Zubereiten von kulinarischen Köstlichkeiten oder die Organisation für soziale Hilfsprojekte geht, für Mitglieder bedeutet die Islamische Gemeinde ein Stück Zuhause. „Die Gemeinde verstehe ich als mein Haus“, so die Eidelstedter Schülerin Selma Ünver (18). Ein „sehr tolerantes und familiäres Miteinander“ seien für sie charakteristisch.
Selmas Onkel, Mehmet Ünver, ist als Vorsitzender unermüdlich für die Moslems im Einsatz. Im Jahre 1991 wurde die Islamische Gemeinde unter dem Namen „Verein für Wissenschaftliche Förderung und Kultur“ in Schnelsen-Süd gegründet. Steigende Mitgliederzahlen sorgten dafür, dass der Vorstand sich nach neuen Räumen umschauen musste. 2002 zog die Gemeinde in die ehemaligen Räume der Elisabethgemeinde.
Hauptmerkmal der Gemeinde sei ihre Offenheit. Mitglied werden könne jeder, unabhängig von seiner Glaubensrichtung, betont Mehmet Ünver.
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