Eidelstedt: Prozess über Prügelattacke

Junger Flüchtling steht wegen versuchten Totschlags vor Gericht

Reinhard Schwarz, Eidelstedt

Die Schläge hätten tödlich sein können: Am 18. Oktober 2015 kam es auf dem Gelände der Zentralen Erstaufnahme am Hörgensweg zu einem Vorfall, der überregional für Aufsehen sorgte. Ein Flüchtling aus Afghanistan prügelte plötzlich auf einen anderen Schutzsuchenden mit einem Teleskopschlagstock ein. Mitarbeiter des Sicherheitspersonals konnten noch rechtzeitig eingreifen und weitere Schläge verhindern.

Gehirnerschütterung und Wunden am Kopf


Das Opfer erlitt eine Gehirnerschütterung, eine Kopfplatzwunde am linken Scheitelbein sowie eine Platzwunde an der linken Augenbraue und musste im Krankenhaus chirurgisch versorgt werden. Der Mann überlebte den Angriff. Als Grund für die Attacke nannte der junge Afghane den Übertritt des anderen Flüchtlings vom Islam zum Christentum.
Am Donnerstag, 14. Juli, steht der mutmaßliche Täter wegen versuchten Totschlags vor der Jugendstrafkammer des Landgerichts. Bereits am 19. Mai wurde das Verfahren gegen den Mann vor der Großen Strafkammer (für Erwachsene) eröffnet, dabei gab es aber Ungereimtheiten über das Alter des Angeklagten, das dieser in einer ersten Vernehmung mit 22 Jahren angegeben hatte. Später erklärte er, dass er erst 20 Jahre alt sei.
Ein vom Gericht in Auftrag gegebenes Gutachten ergab, dass es „nicht auszuschließen sei“, dass der Afghane zur Tatzeit unter 21 war und damit als Heranwachsender gelte. Daher findet der Prozess nunmehr vor der Jugendstrafkammer statt. Das Gericht hat insgesamt zehn Prozesstage bis in den Oktober anberaumt.
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.