Eidelstedt: Hunderte Ein-Euro-Jobs weg

Vor zwei Jahren haben hier bis zu 400 Ein-Euro-Kräfte bei der „Hamburger Arbeit“ gelernt und gearbeitet, jetzt steht das Gebäude an der Fangdieckstraße leer. Foto: da
Hamburg: Hamburger Arbeit |

Beschäftigungsträger „Hamburger Arbeit“ hat Standort Fangdieckstraße geschlossen

Hoffnungsschimmer am Horizont: Die Zahl der Ein-Euro-Stellen wird in diesem Jahr doch nicht ganz so radikal heruntergefahren wie ursprünglich beschlossen. Von durchschnittlich 6.150 Ein-Euro-Jobs in 2011 sollte aufgrund der Kürzungen des Bundes deren Zahl in Hamburg auf 3.900 Stellen in diesem Jahr zu-rückgefahren werden. Doch jetzt hat der Bund zehn Millionen Euro locker gemacht, die er Hamburg zusätzlich für arbeitsmarktpolitische Maßnahmen – vor allem Ein-Euro-Jobs –zur Verfügung stellt. Somit können ab Ende März und bis Jahresende zusätzlich 500 „Arbeitsgelegenheiten“, so deren offizielle Bezeichnung, geschaffen werden. Der bisherige Kahlschlag bleibt aber unübersehbar.
Besonders anschaulich sind die Kürzungen im Bereich der Ein-Euro-Jobs in Eidelstedt: Dort hat der Beschäftigungsträger „Hamburger Arbeit“ (Hab) seinen Standort an der Fang- dieckstraße 70-74 geschlossen. Das Gebäude, wo einst Floris-tinnen eine Ausbildung absolvierten, Langzeitarbeitslose Sportgeräte für einen Bewegungsparcours tischlerten oder ein Secondhand-Kaufhaus Retro-Möbel verkaufte, steht leer.
„In 2009/2010 haben hier 300 bis 400 Teilnehmer gearbeitet“, berichtet Heike Baumann, Pressesprecherin der Hab. Der Ausbildungsgang Floristik wurde nach dessen Ende nicht neu aufgelegt, die Maler wurden in den Mümmelmannsberg verlagert. Von den rund 20 Anleitern, Pädagogen und und Verwaltungsmitarbeitern wurde niemand entlassen – mehrere „befristete Verträge wurden jedoch nicht verlängert“, erläutert Heike Baumann.
Im Vergleich zu vor zwei Jahren hat die Hab rund 600 Ein-Euro-Stellen verloren – „die Hälfte aller Plätze, erläutert Heike Baumann. Alle Träger mussten bluten, so konnte die „einfal GmbH“ am Hörgensweg jede zweite Arbeitsgelegenheit im vergangenen Jahr nicht mehr finanzieren.
Gleichzeitig bemühen sich Träger darum, neue Projekte bewilligt zu bekommen – die Hab hatte zuletzt recht viel Erfolg. So wird der Träger in Eidelstedt eine sogenannte „Bürgerhilfe“ anbieten, die sozial benachteiligte Menschen mobiler machen soll.
Wie sich die 500 zusätzlichen Ein-Euro-Jobs auf die Stadtteile verteilen, steht noch nicht fest. Träger können sich derzeit auf die Ausschreibung bewerben.
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