„Du kannst es schaffen!“

Katrin Jungk (39) freut sich auf ihre Kirchentagsgäste. (Foto: cvs)

Trotz Handicap: Katrin Jungk (39) aus Lurup lässt Kirchentagsbesucher bei sich übernachten

von Christopher von Savigny, Lurup - An ihren letzten Kirchentag in Dresden vor zwei Jahren kann sich Katrin Jungk noch lebhaft erinnern: „Ich habe bei einem Ehepaar mit drei Kindern gewohnt“, berichtet sie. Im Kreise der wuseligen Großfamilie fühlte sich die Luruperin pudelwohl. Ein bisschen „wie eine Austauschschülerin“ sei sich die heute 39-Jährige vorgekommen. Bis heute sei der Kontakt zu den Dresdnern nicht abgerissen.
Anfang Mai übernimmt Kat-rin Jungk selbst die Rolle der Herbergsmutter auf Zeit: Ein bis drei Kirchentagsbesucher aus Deutschland will sie in ihrer 62 Quadratmeter kleinen Zwei-Zimmer-Wohnung an der Luruper Hauptstraße unterbringen. Für Jungk keine Selbstverständlichkeit: Die junge Frau leidet seit Jahren an einer schweren Erkrankung des Verdauungssystems, die mit Cortison behandelt werden musste. Zwischenzeitlich wog sie 140 Kilo. Mehrere Operationen folgten, zweimal entging sie nur knapp dem Tod.
Diese Erfahrung hat aus Katrin Jungk einen neuen Menschen gemacht: „Ich genieße jeden Tag so, als ob es mein letzter wäre“, sagt sie. Inzwischen nimmt sie kaum noch Medikamente und hat eine Diät für sich gefunden, mit der sie prima leben kann. Zusätzlich hält sich die Luruperin mit
Line-Dance fit und singt im Chor der Auferstehungskirche, wo sie auch als Gemeindesekretärin tätig ist. „Egal welches Handicap – Du kannst es schaffen!“ ist ihre Botschaft, mit der sie anderen Betroffenen Mut machen will.
Als gläubige Christin wird die lebhafte junge Frau auch selbst am Kirchentag teilnehmen. Um rechtzeitig bei den Bibelandachten zu sein, muss man unter Umständen schon um 6 Uhr aufstehen. Dann macht Katrin Jungk Frühstück für sich und ihre Gäste. „Ich will, dass meine Besucher sich wohl fühlen“, sagt sie. Und wer weiß: Vielleicht springt ja sogar die eine oder andere Freundschaft dabei heraus.
Zum Deutschen Evangelischen Kirchentag vom 1. bis 5. Mai werden rund 100.000 Besucher in der Hansestadt erwartet. Über die Aktion „Koje frei?“ werden derzeit noch Schlafgelegenheiten in privaten Haushalten gesucht. Ende März fehlten nach Auskunft der Kirchentagsorganisation noch rund 3.000 Betten.
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