Drastischer Rückgang der Ein-Euro-Jobs

Diese Ein-Euro-Jobber aus dem einfal-Nachbarschaftsgarten am Hörgensweg haben bis Ende Dezember eine Bewilligung des Jobcenters, als Ein-Euro-Jobber zu arbeiten. Sie wissen nicht, was sie im nächsten Jahr erwartet: Carmen Trede, Maren Albuschat, Kai Steinfeldt und Ulrich Alteköster (v. r.). Foto: da
Hamburg: einfal-Nachbarschaftsgarten |

Noch bestehende Stadtteil-Projekte gefährdet

Im Jahr 2010 hatte der Bund noch 184 Millionen Euro an Hamburg überwiesen, um Langzeitarbeitslose wieder in Beschäftigung zu bringen – beispielsweise durch Ein-Euro-Jobs. In diesem Jahr waren es 134 Millionen Euro, 2012 rechnet der Senat nur noch mit 100 Millionen Euro vom Bund. Vor diesem Hintergrund hat die Stadt die Zahl der Ein-Euro-Jobs massiv gesenkt ­– und wird diese Linie fortsetzen. So soll die Zahl der Ein-Euro-Jobs von 6.150 in diesem Jahr auf 3.900 in 2012 gesenkt werden.
Bestärkt sieht sich Arbeitssenator Detlef Scheele (SPD) jetzt durch ein Gutachten des „Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung“ zu Ein-Euro-Jobs in Hamburg, das noch Schwarz-Grün in Auftrag gegeben hatte. Demnach seien Ein-Euro-Jobs zumeist nicht hilfreich, um Langzeitarbeitslose wieder in den ers-ten Arbeitsmarkt zu integrieren. Oft seien sie sogar schädlich, da Ein-Euro-Jobber seltener in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung kommen als andere Langzeitarbeitslose.
Karen Risse, Geschäftsführerin der Beschäftigungsgesellschaft einfal, weist jedoch auf einen weiteren Aspekt der Studie hin: „Entscheidend für die Vermittlung von Langzeitarbeitslosen in den ersten Arbeitsmarkt ist der Träger.“ Die einfal GmbH weise bei der Vermittlung in Arbeit besonders gute Ergebnisse auf. „Ich verstehe daher nicht, warum das bei Einsparungen nicht berück- sichtigt wird“, betont Karen
Risse.
Tatsächlich musste einfal einen besonders starken Rückgang der Ein-Euro-Jobs verzeichnen, der auch Folgen für zusätzliche Angebote im Stadtteile hatte. So konnte im Spätsommer der Eltern-Treff Eidelstedt an der Alten Elbgaustraße nicht mehr finanziert werden: Der Treff mit sozialen und kulturellen Angeboten sowie einem angeschlossenen Secondhand-Laden wurde geschlossen. Das Aus kam im September auch für die Eidelstedter Metallwerkstatt. Am Hörgensweg 74 wurden die Teilnehmer für Metallarbeiten wie Schweißen & Co. qualifiziert.
Ungewiss ist auch die Zukunft weiterer Projekte im Stadtteil, beispielsweise der Fahrradwerkstatt. „Eidelstedt“, bilanziert Karen Risse die Folgen der Sparpolitik im Bereich der Ein-Euro-Jobs, „musste bluten.“ Ein Ende ist auch für Insider derzeit nicht absehbar.
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