Dienstags gehts zum „Ohrenkino“

Jeden Dienstag gibt es von 15 bis 16 Uhr „Ohrenkino“ in der Bücherhalle Eidelstedt. Ehrenamtliche lesen Kindern vor, so wie Kirsten Friesow. (Foto: pr)

Bücherhalle Eidelstedt:  Kinder suchen sich Bücher aus – Ehrenamtliche lesen sie vor  

Karin istel, Eidelstedt - Kurz vor 15 Uhr in der Bücherhalle Eidelstedt, Alte Elbgau-straße 8b. Irene Budelmann ist schon da, sie ist die Vorleserin am heutigen Dienstag-nachmittag. Wie viele Kinder heute kommen werden, weiß sie nicht. Denn das Angebot kann nach Lust und Laune genutzt werden. Wenn regelmäßig ein paar mehr Kinder kämen, wäre das allerdings nicht schlecht.

Wie viele Kinder kommen zum Vorlesen?
Jeweils donnerstags von 15 bis 16 Uhr lesen Ehrenamtliche Kindern im Alter zwischen vier und zehn Jahren vor. Durchschnittlich nutzen zwei bis sechs Kinder das wöchentliche Angebot. Diejenigen, die zehnmal eine Vorlesestunde besucht haben, bekommen ein Buch geschenkt. Über das ganze Jahr nutzen 4.000 Kinder aus allen in Hamburg vertretenen Nationen das Angebot.

Wird nur vorgelesen?
„Natürlich möchten wir den Kindern die Freude am Buch und am Lesen näher bringen“, erklärt Volker Nicolai. Er ist beim Verein Lesewelt Hamburg aktiv und organisiert den Vorlesetreff in Kirchdorf. „Aber es wird den Kindern nicht eine Stunde lang nur stur vorgelesen. Es ergeben sich ja auch immer wieder Gespräche. Die Kinder fragen, sprechen über das Gehörte oder erzählen von Erlebnissen, an die sie während des Zuhörens erinnert werden“, weiß Volker Nicolai. Außerdem lernen die Kinder „ihre“ Bücherhalle kennen.

Warum gibt es diese Lesetreffs?
„Kinder nichtdeutscher Herkunft verstehen teilweise kaum Deutsch, da in der Familie häufig die Heimatsprache gesprochen wird. Die Folge sind Sprachschwierigkeiten, die zu Problemen in der Schule, bei der Integration und späteren Berufswahl führen können. Daher lesen wir vorrangig in Bücherhallen, die sich in Stadtteilen mit hohem Anteil von Bewohnern mit Migrationshintergrund befinden“, so Nicolai.

Wer finanziert die Treffs?
Die Treffs sind für die Kinder kostenlos. 65 Männer und Frauen lesen ehrenamtlich in mittlerweile 18 von hamburgweit 32 Bücherhallen vot.
Dennoch braucht der Verein, der seit zehn Jahren tätig ist, Geld: 4.000 Euro jährlich. Für allein 1.000 Euro werden jedes Jahr Geschenkbücher für Kinder angeschafft. „Das ist der größte Posten“, so Nicolai.
Der Rest wird in die Verwaltung und Koordination der Vorleser gesteckt. Der Verein ist gemeinnützig, darf keinen Gewinn erwirtschaften. Doch die 18 Vereinsmitglieder, die jährlich 36 Euro zahlen, können das benötigte Geld nicht aufbringen. „Wir sind dringend auf Spenden angewiesen“, bittet Nicolai.

Volker Nicolai
Tel. 653 93 89
Lesewelt Hamburg e.V.
Tel. 63 94 29 78
info@lesewelt-hamburg.de
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