Die Musiker von der Baustelle

Der Rhythmus macht die Musik: die Kinder von „Funky Junk“ bei ihrer Aufführung. (Foto: cvs)

„Funky Junk“: Kinder musizieren auf ungewöhnlichen Instrumenten

Christopher von Savigny, Osdorfer Born
Genauso stellt man sich den Betrieb auf einer Baustelle vor: Am Morgen begrüßen die Kollegen sich mit „Hey, was geht?“. Nach der Arbeit heißt es dann für alle „Feierabend!“ Dazwischen machen Bauarbeiter jede Menge Krach. Die im Kl!ck Kindermuseum waren dabei richtig musikalisch.
Mit aus Baustellenmaterial selbstgebastelten Musikinstrumenten hatte eine Gruppe von Sechs- bis Zwölfjährigen ihren großen Auftritt. Die Jungmusiker schrubbten mit Trommelstöcken über Bauzäune, hauten auf Blechfässern und Kanistern herum, nutzten rot-weiße Absperrhütchen als Megafone – und zeigten jede Menge Gefühl für Timing und Rhythmus.
Die Kinderband „Funky Junk“ wurde vom Verein „Musiker ohne Grenzen“ aus der Taufe gehoben, der sich für musikalische Projekte in sozialen Brennpunktgebieten engagiert.
„Durch kreatives und klangintensives Experimentieren werden den Kindern verschiedene Klänge und Rhythmen nähergebracht, die verdeutlichen, dass man auch ohne teure Ins-trumente und Notenkenntnisse Musik machen kann“, sagt Philipp Hülsenbeck, musikalischer Leiter des Projekts und Musiker der Gruppe „Sizarr“.

Ramba Zamba mit Bauzäunen und Blechfässern

Seit Januar proben die Kinder einmal wöchentlich, während der Frühjahrsferien gab es außerdem die Möglichkeit, einen mehrtägigen Probe-Work-shop zu besuchen. Ein besonderes Highlight war der Besuch bei „Sizarr“ im Musikclub Uebel und Gefährlich, wo die Kinder einen Blick hinter die Kulissen werfen durften.
Für ihre eigene Aufführung bekamen die jungen Teilnehmer echte Baustellenmonturen verpasst, die bis zum nächsten Konzert im Museumsfundus aufbewahrt werden. Die „Ins-trumente“ stammen von der museumseigenen Schaubaustelle, die praktischerweise gleich vor der Tür liegt.
„Mir hat am besten gefallen, dass wir alle zusammengespielt haben und so viel Krach machen durften, wie wir wollten“, erzählt Nana (10). Für die Teilnahme ihre Kinder mussten die Eltern nichts bezahlen.
Hauptförderer des Projekts ist die Liz Mohn Kultur- und Musikstiftung, deren Unterstützung jetzt ausgelaufen ist. Trotzdem wird erstmal weitergeprobt – bis sich ein neuer Sponsor findet.
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