Die können richtig helfen!

Dagmar Ramsch (33) bekam neue Hoffnung durch zwei Telefonate mit einem Arbeitsvermittler der Arbeitsagentur. (Foto: ch)

Dagmar Ramsch erwartete nicht viel von der Arbeitsagentur – und wurde überrascht

Christiane Handke, Lurup - Arbeitslos sein, einen Job suchen, mit der Arbeitsagentur zu tun haben. Alles nicht gerade Lieblingsbeschäftigungen. Von niemanden, auch nicht von Dagmar Ramsch.
Aber was die Luruperin bei der Jobsuche erlebte, war so positiv, dass sie sich ans Wochenblatt wandte: „Ich hatte weder damit gerechnet noch daran geglaubt, wirklich Hilfe von der Arbeitsagentur zu bekommen. Aber ich bin eines Besseren belehrt worden.“
Über das Jobportal, dort suchen Firmen direkt nach Mitarbeitern, hatte sie eine Stelle gefunden, die sie interessierte und mailte eine Bewerbung. „Ich wusste, dass einige Firmen eine Vorauswahl durch die Arbeitsagentur wollen, dass meine Bewerbung also von einem Sachbearbeiter der Arbeitsagentur gelesen wird“. Morgens hatte sie die Mail geschickt.
Um 15.30 Uhr klingelte das Handy. Es meldete sich Arbeitsvermittler Jan Rübke. Ramsch: „Eine Stunde lang ist er meine Bewerbung Punkt für Punkt mit mir durchgegangen, hat mir gezeigt, wo ich ‘betriebsblind’ bin, mir meine Bewerbung aus dem Blick-winkel eines Arbeitsgebers vorgeführt, mir Tipps gegeben und mir gesagt, ich soll mein Licht nicht so unter den Scheffel stellen. Ich war baff.“ Ramsch korrigierte die Bewerbung und wurde am nächsten Tag nochmal zur Überarbeitung angerufen. Der Erfolg: Das erste Vorstellungsgespräch nach langer Zeit.
Das Problem der 33-Jährigen: Sie hat eine Lücke von einem Jahr in ihrem Lebenslauf – krankheitsbedingt. „Da denken alle Arbeitsgeber sofort an Burnout – da ist man abgestempelt, wird erst gar nicht angehört.“ Dabei war es ganz anders: Dagmar Ramsch hatte sich im Urlaub bei einem Sprung in einen Pool das Genick gebrochen und war mit Behandlung und anschließender Reha ein Jahr außer Gefecht gesetzt. Jetzt, wieder gesund, sucht sie dringend eine Vollzeitstelle in ihrem „Traumjob“ als Baustellensekretärin.
Dagmar Ramsch: „Ob ich diese Stelle bekommen werde, empfinde ich im Moment als zweitrangig, denn allein durch die zwei Telefonate, die ehrlich gemeint und voller Engagement waren, habe ich wieder Hoffnung geschöpft.“


Einen Tick engagierter...
Das Wochenblatt sprach auch mit Jan Rübke. Der versicherte auf die Frage, ob diese Arbeitsagentur-Geschichte eine besondere sei: „Nein, nein, das ist kein Sonderfall! Das kommt bei meinen Kolleginnen und Kollegen und mir öfter vor.“
Ihm ist vor allem eins wichtig: „Es wäre gut, wenn auch einmal berichtet wird, dass es nicht nur geringqualifizierte Menschen und weniger gut bezahlte Stellen sind, die über die Arbeitsagentur kommen - wir haben sehr anspruchsvolle Stellen und hochqualifizierte Kunden. Meine Aufgabe im Arbeitgeber-Service ist es, Arbeitgeber aus dem Feld Informationstechnologie und Medien „glücklich“ zu machen. Das kann ich, indem ich ihnen handverlesene, passgenaue Leute vermittle. Und da treffe ich oft auf arbeitsuchende Menschen, die hochqualifiziert, engagiert und gut ausgebildet sind, aber Schwierigkeiten bei der Bewerbung haben, vielleicht weil sie den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sehen. Solche Probleme können wir lösen. Meist brauchen sie nur ein kleines Coaching. Ich gebe ihnen Ideen, und was ihnen zusagt, übernehmen sie. Ich kenne ihre Lage - ich war selbst auch schon arbeitslos.“
Dass Jan Rübke vielleicht doch einen Tick engagierter ist als andere, lässt sich aus seiner ehrenamtlichen Arbeit erkennen: Der 61-jährige Vater von dreien und Großvater von zweien ist im Wandsbeker Ortsvorstand der Linken und Mitglied im Landesbezirksfachbereichsvorstand Sozialversicherung und Arbeitsagentur bei ver.di. CH
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.