Der Specht klopft Löcher – auch in Hausfassaden

An sich mag er am liebsten Bäume, aber in der Stadt klopft der Buntspecht auch Löcher in Hausfassaden. In Eidelstedt machte der Vogel sich in einer Wohnanlage am Steinacker zu schaffen. (Foto: NABU/Annegret Wiermann)

Wie ein Vogel Vermietern Probleme bereitet

Trrrrrrr tock, trrrrrr tock. Herr Specht ist da – und das lässt er alle hören.
Mieter in einer Wohnanlage am Steinacker in Eidelstedt hören das typische Klopfen des Vogels immer wieder. In die Fassade ihrer Häuser hackt ein Buntspecht Löcher. Drei Häuserblöcke mit 96 Wohnungen unterhält die Genossenschaft Kaifu-Nordland an der Ecke. Auf das mittlere Haus hatte es der Vogel ganz besonders abgesehen: An die 20 Löcher klopfte das Tier dort in die Wand. Die Fassade macht es ihm leicht. Sie ist mit einer relativ weichen Dämmung aus Styropor versehen. Da kann der Specht leicht reinhacken – und das macht ordentlich Lärm. Gefällt dem Vogel offenbar, denn mit dem Klopfen lockt er weibliche Artgenossen an.
„Es gibt bisher kein erprobtes Mittel, um das Löcherhacken zu verhindern“, sagt Kaifu-Vorstand Ditmar Baaß. Der Genossenschaft bleibt daher erstmal nichts anderes übrig, als die Liebeslöcher immer wieder zuzumachen.

Glatte Fassaden nachen es dem Specht schwer

Tipps hat Marco Sommerfeld, Vogel-Experte beim Naturschutzbund (Nabu), parat. Werden Fassaden mit Klinker verkleidet oder die Oberflächen sehr glatt verputzt, könne sich der Specht schlecht festhalten. Der Vogel hacke oft Löcher in Hauswände, weil er dort Insekten vermute. Merkt er dann, dass das gut widerhallt, werden die Instinkte geweckt – dann macht er immer weiter.
In Eidelstedt konnten die Löcher recht leicht verschlossen werden. In einer Wohnanlage am Kaiser-Friedrich-Ufer in Eimsbüttel ist das ein größeres Problem. An die 100 Löcher hackten dort Spechte in die Fassade. Etwa 40.000 Euro kostete es, diese wieder zu verschließen.
Seine kleinen Höhlen nutzt der Vogel übrigens gar nicht: Da machen es sich meist Eichhörnchen oder Meisen gemütlich.
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