Der Kavalier und die Muse

Diamantene Hochzeit: Gertrud und Günther Meier standen einander immer bei

Frauke Heiderhoff, Schenefeld
Gertrud (87) und Günther (86) Meier kennen das Geheimnis einer langen Ehe. Schließlich sind sie seit 60 Jahren verheiratet. Ihr Rezept für eine diamantene Hochzeit? „Die Frau muss immer das Nudelholz in der Hand haben“, verrät Gertrud Meier mit einem Schmunzeln. Doch „Spaß beiseite“: Sie seien liebe- und verständnisvoll miteinander umgegangen. „Nach einem Streit haben wir uns spätestens am Abend noch einmal richtig in den Arm genommen“, so die Schenefelderin.
Reisen ist das gemeinsame Hobby der Meiers. Hier gab es viele lustige Erlebnisse. „Häs nen lütten aufm böden?“, fragte Gün-ther Meier seine Gattin bei einem gemeinsamen Zeltaufenthalt: „Du erzählst Humbug“, übersetzt Gertrud Meier. Denn seine „wetterfühlige Frau“ hatte einen Sturm vorausgesagt. Sie sollte Recht behalten. „Die ganze Nacht hindurch musste mein Mann das Vorzelt festhalten“, erinnert sich Gertrud.
Kennengelernt haben sich die beiden bei einem Semesterabschlussball in Laboe. Gertruds jüngere Schwester gab Günther Meier den entscheidenden Tipp. Die gelernte Sekretärin gefiel dem studierten Ingenieur sofort. Nach zwei Jahren verlobten sich die beiden, zwei weitere Jahre später waren sie verheiratet.
„Wir haben nicht immer leichte Zeiten erlebt“, erinnert sich Günther Meier. In der Zeit nach dem Krieg sammelten sie gemeinsam mit zahlreichen Flüchtlingen Kartoffeln, um nicht zu hungern. „Unser damaliger Heimatort Malente bestand zu zwei Dritteln aus Flüchtlingen“, erzählt der 86-Jährige.
Seine erste Anstellung als Ingenieur erhielt er im Ostseebad Heiligenhafen. Er war dort elf Jahre lang als Inspektor der Bundesbahn (DB) tätig. Später arbeitete Meier bis zu seiner Pensionierung als Sachbearbeiter bei der DB in Hamburg. Während seine Frau gerne musiziert und kegelt, war der Schenefelder für diverse Zeitungen und Zeitschriften journalistisch tätig.
Zwei Söhne und eine Enkeltochter gehören inzwischen zum Familienverbund. „Mein Mann war immer Kavalier“, bilanziert die Schenefelderin rückblickend. Sie habe sich immer auf ihn verlassen können.
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