Der Glühbirnen-Rebell von Lurup

Der Luruper Leuchtmittelhändler Stefan Schrader hat den LEDs und Energiesparlampen den Krieg erklärt. Er favorisiert die alten Glühlampen und Halogen-Niedervoltlampen. (Foto: rs)

Wie Händler Stefan Schrader für die alte Glühlampe kämpft

Reinhard Schwarz, Eidelstedt
In seinem Lager stapeln sich die Kisten mit Glühbirnen. Stefan Schrader handelt mit einem Auslaufmodell, und das läuft offenbar prächtig. Ein Besuch bei dem Glühbirnen-Rebell von Lurup.
Rund, länglich, groß, klein, blau, grün, matt – in allen erdenklichen Formen und Farben gibt es Glühbirnen. An der Wand des Ladens schimmert eine goldfarbene Lampe in Sonnenform, warmes Licht wie im Partykeller der 80er. Der Händler Stefan Schrader hat eine Nische entdeckt, er ist inzwischen bundesweit eine Berühmtheit, weil er den Lampenkonzernen die Stirn bietet und als einer der letzten noch Glühbirnen in großem Stil vertreibt.
Seit rund fünf Jahren kämpft, ja streitet Schrader vehement gegen die LEDs und Energiesparlampen. Wer mit ihm spricht, muss Zeit mitbringen. Denn Schrader beantwortet keine Fragen. Er hält Vorträge. „Ja“, räumt er ein, man könne bei seinem Anliegen durchaus von einem „Kreuzzug“ sprechen.
In vierter Generation ist der Schenefelder, der in Lurup aufgewachsen und in Othmarschen zur Schule gegangen ist, im Geschäft mit Lampen und Glühbirnen. Er selbst ist Elektriker, der Urgroßvater war sogar Elektromeister. Die alte Urkunde der Innung hängt in der winzigen Küche des mit Kartons vollgestopften Lagers.
Schrader trägt seine Argumente mit dem Sendungsbewusstseins eines Predigers vor. Widerspruch? Ausgeschlossen. Energiesparlampen? Enthalten hochgiftiges Quecksilber, sind eigentlich Sondermüll. Die neuen Leuchten geben, sagt er, krebserregende Phenole in die Umgebung ab. Sie erzeugten zudem elektromagnetische Strahlung, deren Auswirkungen seien „bisher nicht völlig erforscht“. Die Fakten prasseln auf den Laien ein. Doch wo liegt die Wahrheit?
Wovon lebt eigentlich der Groß- und Einzelhändler? „Ich verkaufe hauptsächlich Halogen-Niedervoltlampen und herkömmliche Glühlampen“, so Schrader, der so ganz nebenbei noch ein „begeisterter Badminton-Profi-Spieler“ ist. LEDs oder Energiesparlampen führe er nur als Randsortiment: „Ich habe kaum welche vorrätig“.

Info: Glühbirne
„Hell wie der lichte Tag“ – mit diesem Slogan warb einst ein Leuchtmittelhersteller in den 60er Jahren. Damals war die gute alte Glühlampe noch unumstritten. Doch seit September 2009 darf die Glasbirne mit dem Wolframfaden in der EU nicht mehr in den Handel gebracht werden. Es sei denn, es handelt sich um Restbestände. Genau diese verkauft Stefan Schrader in seinem Geschäft in der Luruper Hauptstraße.
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