Das Trinkwasser besser schützen

Damit das „Lebensmittel Nummer eins“ auch in Zukunft sprudelt, soll in Eidelstedt und Stellingen ein neues Wasserschutzgebiet ausgewiesen werden. Foto: Paul-Georg Meister/pixelio.de
Hamburg: Niendorfer Gehege |

Ausweisung als Wasserschutzgebiet: schlecht für Gewerbeansiedlung?

Thomas, Pöhlsen
Fünf Wasserschutzgebiete gibt es in Hamburg, beispielsweise in Curslack, Langenhorn und den Harburger Bergen. Das sechste soll in Eidelstedt und Stellingen entstehen. Während der jüngsten Sitzung des Regionalausschusses stellten Vertreter der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt die bisherige Ergebnisse der Planungen vor. „Das Trinkwasser soll vor Verunreinigungen geschützt werden“, erklärte Birgit Budszuhn den Politikern.
8,6 Quadratkilometer umfasst das Wasserschutzgebiet. Sieben Brunnen gibt es dort. 1,8 Millionen Liter Grundwasser werden jährlich gefördert. Diese Menge reicht für rund 43.000 Menschen. Ungefähr so viel, wie in dem Gebiet leben. Es wird begrenzt nordwestlich an der Stadtgrenze sowie südwestlich vom
Friedrichshulder Weg und Fangdiekstraße. Im Osten endet die Fläche am Niendorfer Gehege und im Norden an der Kreuzung Oldesloer Straße und Frohmestraße.
Der Knackpunkt: Das Grundwasser wird in diesem Bereich nicht ausreichend durch darüber liegende Gesteinsschichten vor Verunreinigungen geschützt. Deswegen soll das Lagern und Verwenden wassergefährlicher Stoffe sowie das Lagern und Behandeln von Abfall verboten werden. Befreiungen, über die die Umweltbehörde entscheidet, sind jedoch möglich. Bestehende Betriebe haben Bestandsschutz. Birgit Budszuhn von der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt wies auf Beratungsangebote für Betriebe und Landwirte hin.
Kritisch sah Hans-Hinrich Brunckhorst (CDU) die Pläne. „Ganz schön schwierig“ werde es in Zukunft, Gewerbe anzusiedeln, so das Ausschussmitglied. Bei der Sanierung von kleinen Straßen müssten zukünftig die Gräben verrohrt werden. Negative Folgen erwartet Brunckhorst auch für Landwirte und Kleingartenvereine.
Dem mochte Jan Philipp Stephan aus dem Eimsbüttler Bezirksamt nicht zu folgen. Er sieht „keinen Stopp der Entwicklung“ durch die Ausweisung.
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