Center-Erweiterung: Kompromiss gescheitert

Am Streit um den Erhalt der Grünfläche vor dem Eidelstedt Center ist ein Kompromiss über die Erweiterung gescheitert. Foto: da
 
Annemarie Teske (l.), Tanja Schnitzer und Horst Becker, die Vertrauensleute des Bürgerbegehrens „Grünes Zentrum Eidelstedt“, lehnen die geplante Centerweiterung zu Lasten der Grünfläche ab. Einem Bürgerentscheid sehen sie optimistisch entgegen. Foto: da
Hamburg: Eidelstedt Center |

Jetzt entscheiden die Bürger: Bürgerentscheid für den 24. Mai geplant

Die Zeichen stehen auf Konfrontation –und so sollen die Bürger Eimsbüttels den Gordischen Knoten lösen, zu dem sich die Erweiterung des Eidelstedt Centers verheddert hat: In einem Bürgerentscheid werden die Wahlberechtigten des Bezirks wahrscheinlich am 24. Mai darüber entscheiden, ob die Grünfläche für eine Centererweiterung überbaut werden soll .
Ein Spitzengespräch zwischen Vertretern der Initiative „Grünes Zentrum Eidelstedt“, die sich gegen die geplante Center-Erweiterung wendet, der Politik sowie der Centerverwalterin MEAG führte am Donnerstag zu keinem Kompromiss. Hierfür machen sich MEAG und Ini gegenseitig verantwortlich.
„Der gemachte Vorschlag verdient nicht den Namen Kompromiss“, kritisiert Horst Becker, Sprecher der Bürgerinitiative, die MEAG. Die angebotenen Ausgleichsmaßnahmen wie eine Fläche für Bäume und Spielplatz auf einer zentrumsnahen städtischen Grünfläche seien nicht seriös: „Solche eine städtische Grünfläche gibt es nicht.“
Frank Balser, zuständiger Projektleiter bei der MEAG, kontert: Sein Haus habe im Sondierungsgespräch „Vorschläge zur Schaffung einer Win-Win-Situation“ dargelegt. So habe sich die MEAG bereit erklärt „alles, was möglich ist, zu tun, um im Zentrum mehr als adäquaten Ersatz für die Bäume und die Grünfläche zu schaffen und centernah einen zusätzlichen öffentlichen Spielplatz zu errichten“. Die MEAG bedauere, „dass die Initiative nicht an einem Kompromiss interessiert ist und sich einem Dialog zur tragfähigen Weiterentwicklung des Ortskerns verweigert.“
Auch CDU-Fraktionschef Michael Westenberger äußert Bedauern: „Es ist schade, dass die Initiative nicht über ihren Schatten springen konnte.“ Mechthild Führbaum (SPD), Vorsitzende der Bezirksversammlung, sieht es ebenfalls als unerlässlich an, das Eidelstedt Center zu erweitern: „Ohne einen Anziehungspunkt wie zum Beispiel ‘H & M’ droht das Center seine Wettbewerbsfähigkeit zu verlieren.“
Die Ini jedoch will die rund 2.600 Quadratmeter große Grünfläche schonen und das Center im Norden, zur Lohkampstraße hin, erweitern – in Gebiete, die zu großen Teilen nicht der MEAG gehören. Becker: „Eigentümer sollten für Eidelstedt miteinander kooperieren.“

Der Weg zum Bürgerentscheid
Im Januar hat das Bezirksamt Eimsbüttel das Bürgerbegehren „Grünes Zentrum Eidelstedt“, das die geplante Centererweiterung ablehnt, für zulässig und für zustandegekommen erklärt. Nach dem Scheitern der Gespräche über einen Kompromiss zeichnet sich ab, dass die klare Mehrheit der Bezirksversammlung am Donnerstag, 29. März, das Bürgerbegehren ablehnen wird – einen Tag vor Ende der gesetzlichen Frist für eine Entscheidung. Somit werden die rund 190.000 Wahlberechtigten des Bezirks Eimsbüttel – einschließlich der Bürger aus Ländern der Europäischen Union – an die Urnen gerufen. Sie können aber auch per Briefwahl abstimmen. Die Kosten des Bürgerentscheides liegen bei rund 220.000 Euro.
„Den Abstimmungstermin können wir noch nicht offiziell festlegen, da die Bezirksversammlung formell noch bis zum 30. März Zeit hat, das Bürgerbegehren zu übernehmen“, erläutert Eimsbüttels Vize-Abstimmungsleiter Stephan Glunz. Wenn es zu einem Bürgerentscheid kommt, „ist derzeit der 24. Mai als voraussichtlicher Abstimmungstag im Gespräch“, so der Fachmann weiter.
Beim Bürgerentscheid kommt es auf die Mehrheit der gültigen Stimmen an. Dieser Bürgerentscheid hat die Wirkung eines Beschlusses der Bezirksversammlung. DA
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