Bürgerforum Eidelstedt: Fragen und Antworten

Guter Start, aber da lässt sich noch was ausbauen: Das Elbe Wochenblatt bat den Vorstand des Bürgerforums um eine Zwischenbilanz. Hier die kompletten Antworten.

1) Wie ist die Resonanz auf das "neue" Bürgerforum? Wie viele Eidelstedter kommen im Schnitt?
Am Bürgerforum Eidelstedt haben in elf öffentlichen Sitzungen 518 registrierte Teilnehmer, das sind durchschnittlich 47 pro Termin, teilgenommen. Zuzüglich vieler, die, besonders in den ersten Veranstaltungen, anonym bleiben wollten und sich nicht in unsere Teilnehmerlisten eingetragen haben.

2) Aus Ihrer Sicht: Was hat das Bürgerforum bisher bewegt?
Schon in seiner ersten öffentlichen Sitzung am 10.6.2013 wurden dem Bürgerforum 82 Themen genannt, die mindestens einem Teilnehmer wichtig waren. Sie wurden später zu acht Schwerpunkt-Themen verdichtet. In den Diskussionen hat das Bürgerforum die Menschen im Stadtteil miteinander bekannt gemacht, es hat das gegenseitige Verstehen von Bürgern, Geschäftsleuten, Institutionen, Behörden und Politikern im Stadtteil gefördert.
Das Forum hat die Interessengemeinschaft (IG) Dörpsweg / Eidelstedter Dorfstraße unterstützt, die gegen Teile der Busbeschleunigung intervenierte, teilweise mit Erfolg (es wird wieder eine Linksabbiegespur in die Eidelstedter Dorfstraße geben; die Fußgängerampel zwischen Bushaltestelle und Einkaufszone lehnt die Behörde bisher noch ab). Es hat sich die IG Zentrum gebildet, die sich für die Verbesserung der öffentlichen Räume z.B. durch Möblierung, Beleuchtung, Bepflanzung und Pflege der Grünbereiche einsetzt.
Dem Hofbauern Ramcke hatte die Stadt seine Rübenfelder gekündigt und es zeichnete sich ab, dass er – erstmals nach über 60 Jahren – den Tierpark Hagenbeck ab 2015 nicht mehr mit Futterrüben für die Elefanten würde beliefern können. Auch wurden die vom Hof Ramcke angebotenen Saisongärten in Frage gestellt. Mit großer Mehrheit beschlossen die Eidelstedter hierzu zwei unterstützende Resolutionen, die das Bürgerforum an Politik und Verwaltung schickte.
Das Bürgerforum Eidelstedt hat sich auch aktiv am Verfahren zur Zukunftsplanung für das Zentrum Eidelstedt beteiligt und zahlreiche Vorschläge diskutiert und eingebracht. Diese Verbesserungsvorschläge wird das Bürgerforum bei der Bearbeitung durch Politik und Verwaltung weiterhin begleiten.
Am Fr. 15. August 2014 veranstaltet das Bürgerforum mit freundlicher Unterstützung von Bürgerhaus, dem Eidelstedt Center, der IG Eidelstedt (vormals Werbegemeinschaft), Sondermitteln des Bezirks und weiteren Sponsoren ein Eidelstedter Picknick mit anschließendem Open-Air-Kino. Zum europaweiten Tag des offenen Denkmals (12. - 14.9.2014) bereitet eine Interessengruppe des Bürgerforums gemeinsam mit der Grundschule Furtweg für Sa. 13.9.2014, eine Denkmal-Rallye vor. Außerdem wird sich das Bürgerforum Eidelstedt am Weltkindertag (So. 21.9.2014) mit alten und neuen Straßenspielen beteiligen.

3) Das Bürgerforum kann keine Beschlüsse fassen wie z.B. der Regionalausschuss Stellingen/Eidelstedt - wie will das Bürgerforum seine Positionen bei den politischen Entscheidungsträgern durchsetzen? Klappt das bisher?
Das Bürgerforum Eidelstedt ist kein Organ zur Durchsetzung politischer Entscheidungen. Es bietet den Bürgern, Geschäftsleuten und Institutionen im Stadtteil ein Forum zur gegenseitigen Information und zum Meinungsaustausch. Aus allen Parteien, die bisher in der Bezirksversammlung vertreten waren, haben Politiker mehrfach an den Sitzungen des Bürgerforums teilgenommen und das Bürgerforum mit Interesse verfolgt. Sie haben Vorschläge aus dem Teilnehmerkreis aufgenommen, haben Manches direkt erklärt, haben mit diskutiert und den Kontakt zu Politikern und Verwaltung hergestellt. Trotz oder gerade wegen seiner politischen Unabhängigkeit besteht ein guter Kontakt zu allen politischen Parteien.

4) Welche Position vertritt das Bürgerforums in Sachen Zentrumsdiskussion Eidelstedt? Was muss dort dringend passieren?
Eidelstedt sollte sauberer, lebendiger und lebenswerter werden. Es fehlen Geschäfte für Kinderspielzeug, junge Mode, Elektronik, Haushaltswaren, Betten und Jugend-Treffs. Aber Vieles muss auch erhalten werden: der Wochenmarkt, die Parks, die Grünflächen, Mühlenau, Feldmark, Landwirtschaft usw..
Das Bürgerforum Eidelstedt hat Themen, die das Zentrum betreffen, in das moderierte Verfahren zur Zukunftsplanung für das Zentrum Eidelstedt eingebracht. Die Eidelstedter haben nicht zu jedem Thema eine einheitliche Meinung. Deshalb vertritt das Bürgerforum dort keine eigene Position, sondern es unterstützt und fördert die Meinungsbildung unter den Teilnehmern, die ihre Schwerpunkte dann – jeder einzeln – in das moderierte Verfahren einbringen können.
Mit all den vielen Neubauten ist für diesen wachsenden Stadtteil ein städtebauliches Gesamtkonzept erforderlich. Gutes sollte dabei erhalten, gestärkt und ausgebaut werden.
Ein gemeinsames Konzept für Einzelhandel und Entwicklung in Eidelstedt könnte das Quartier nach vorne bringen. Eidelstedt ist im Umbruch, es kommt darauf an, was wir daraus machen.

5) Was sind Ziele für das nächste Jahr?
Für die Zukunft wünscht sich das Bürgerforum noch mehr als bisher, dass Veränderungen im Stadtteil in den öffentlichen Sitzungen des Bürgerforum Eidelstedt mit den Bürgerinnen und Bürgern, den Geschäftsleuten und Institutionen in Eidelstedt diskutiert werden und zwar bevor die Grundeigentümer oder die Verwaltung etwas planen, bevor die Politik beschließt und erst recht bevor der erste Baum fällt, bevor die Straße aufgerissen wird oder der Abriss beginnt. Demonstrationen gegen ungeliebte Projekte haben noch keinen Investor reich und keinen Anwohner glücklich gemacht. Deshalb sollten vor jeder Veränderung die Information und der Austausch mit den Betroffenen stehen, erklären, diskutieren, Vorschläge abwägen, Wünsche äußern, um Verständnis werben und erst danach sollten die Planungen und Genehmigungen in Angriff genommen werden.
Das Ansehen und der Auftritt des Bürgerforum Eidelstedt soll auch im zweiten Geschäftsjahr noch mehr an Stärke gewinnen. Voraussetzung dafür ist auch eine Kontinuität in den geplanten Aktionen. Da das alles etwas Geld kostet und das Bürgerforum bisher keine öffentlichen Gelder erhält, besteht ein Ziel für das nächste Jahr darin, eine gesicherte Finanzierung über Sponsoren, Bezirksmittel und mögliche Mitgliedsbeiträge aufzubauen. Auch ist geplant, dass Bürgerforum Eidelstedt zu einem Verein werden zu lassen. Hierzu sind noch die entsprechenden Positionen personell zu besetzen (Schatzmeister, Beisitzer, etc.).
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