Braucht Eidelstedt keine neuen Bäume?

Karin Ahmade und Dagmar Schner schätzen Eidelstedt wegen des Grüns und meinen, mehr Spendenbäume müssen nicht sein. (Foto: sg)
Hamburg: Eidelstedt |

Kein Spender für den Stadtteil bei der hamburgweiten Aktion „Meine Stadt, mein Baum“

von Sverre Gutschmidt
In den letzten Jahren wurden in Hamburg manche Straßenbäume krankheitsbedingt gefällt. Jetzt will Europas Umwelthauptstadt 2011 dort neue Bäume pflanzen, wo dies noch nicht gelungen ist. Die Bürger sollen helfen: Die Stiftung Loki Schmidt und die Stadtentwicklungsbehörde (BSU) laden im Rahmen der Aktion „Meine Stadt, mein Baum“ zum Spenden ein.
„Wir legen auf jede Summe, die kommt, die gleiche Summe drauf, auch bei 50 Cent. Wenn an einem der vorgesehenen Standorte 500 Euro Spenden zusammengekommen sind, verdoppeln wir die Summe und es wird gepflanzt“, erklärt Werner Steinke von der Behörde. Im Internet können Spendenwillige sich einen der vorgegebenen Standorte aussuchen.
In Eidelstedt ist laut Standortkarte aber nur ein zusätzlicher Baum vorgesehen, und zwar in der Straße Möhlenort. Dort soll eine Stiel- oder Sommereiche gepflanzt werden. Spender gibt es noch keine. Dass in Eidelstedt nur ein Standort ausgewiesen ist, erklären die Initiatoren der Aktion mit dem geringen Nachpflanzbedarf. „In Eidelstedt gibt es ca. 2.700 Straßenbäume, das sind circa zehn Prozent des Eimsbütteler Bestands. Es handelt sich um einen vergleichsweise jungen Baumbestand“, so die Stadtentwicklungsbehörde.
Dagmar Schner, Hausmeisterin in der Wohnstraße Möhlenort, sagt: „Wir haben doch in Eidelstedt genug Bäume, wir sorgen aber auch dafür, dass hier keine verschwinden.“ Auch Karin Ahmade wohnt schon lange in der Straße: „Wir haben hier völlig ausreichend Grün, es wäre sinnvoller, den verfallenen Spielplatz zu renovieren.“
Wie viele der alteingesessenen Mieter hat sich auch Daniela Vetter dafür eingesetzt, dass es möglichst gar nicht zu Rodungen kommt: „Wir haben uns alle vor die Rotbuche gestellt und gesagt, die kommt nicht weg!“ Mit Erfolg. So gibt es in Eidelstedt scheinbar wenig Bedarf. Andererseits konnten von den 2009 und 2010 gefällten elf Eidelstedter Straßenbäumen „aufgrund der Standortbedingungen“ nur zwei ersetzt werden, so die Behörde. Doch die Aktion habe mit Einsparungen nichts zu tun: „Im Gegenteil, wir haben noch etwas zusammengelegt, rund 2,3 Millionen Euro“, sagt Sigrid Flaig von der BSU.

Informationen im Internet zu Standorten
Unter der Adresse http://umwelthauptstadt.hamburg.de /meinbaum-meinestadt Spendenstandorte verzeichnet. Diese richten sich danach, wo Bäume in den letzten Jahren ersatzlos und meist wegen Krankheit gefällt wurden. Über die Aktion informiert auch die für die Sammlung zuständige Stiftung Naturschutz Hamburg /Stiftung Loki Schmidt, unter der Rufnummer 24 34 43 oder im Netz: http://www.stiftung-naturschutz-hh.de/ SG
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