Baum gefällt – alles korrekt?

Das war einmal ein stattlicher Baum: Horst Becker, ehemaliger Vertrauensmann der Initiative Grünes Zentrum Eidelstedt, ist fassungslos über die Fällung einer 150 Jahre alten Buche neben dem Eidelstedt Center. Laut Bezirksamt war der Baum nicht mehr standfest, Becker und seine Mitstreiter wollen das in einem unabhängigen Gutachten klären lassen. (Foto: cv)

Eidelstedt Center ließ alte Buche auf benachbarter Grünfläche umhauen
– Bürgerinitiative fordert Aufklärung

von Carsten Vitt, Eidelstedt - Sie sollte so bleiben, wie sie ist: Voriges Jahr stimmten 36.779 Bürger für den Erhalt einer Grünfläche neben dem Eidelstedt Center, auf der stattliche alte Bäume stehen. Nun ist einer dieser Bäume umgehauen worden. Mitglieder der ehemaligen Bürgerinitiative fragen sich, ob da alles korrekt gelaufen ist.
Horst Becker, ehemaliger Vetrauensmann der Initiative Grünes Zentrum Eidelstedt, steht am Stumpf der Buche in der Grünfläche. Er kann seine Wut kaum verbergen. „Das ist eine Verhöhnung des Bürgerentscheids“, schimpft der Eidelstedter. Für ihn sehe der Stumpf ganz gesund aus.
Am 11. März wurde der Baum gefällt. Die Buche war schätzungsweise 150 Jahre alt, hatte einen Stammdurchmesser von etwa 1,40 Meter. Um so einen Trumm umzulegen, braucht es gute Gründe. Noch bessere, wenn die für die Center-Erweiterung vorgesehene Grünfläche voriges Jahr per Bürgerentscheid gerettet wurde. In diesem Fall lautete die Begründung: Pilzbefall, akute Gefahr. Laut Bezirksamt Eimsbüttel war die Buche von dem sogenannten Riesenporling befallen. Dieser Pilz zersetze die Standwurzeln, der Baum hätte deshalb umkippen können.
Der Pilzbefall wurde am 26. November festgestellt, das Bezirksamt erteilte eine Fällgenehmigung. Center-Eigentümer MEAG ließ aber erst im März den Fälltrupp anrücken. Warum dieser große Abstand? „Wir haben die Notwendigkeit der Fällung im Anschluss noch einmal überprüft, um wirklich sicher zu gehen, dass diese notwendig ist. Im Anschluss wurde dann die Fällung beauftragt, und in Abhängigkeit von der Witterung sowie dem Terminkalender des beauftragten Baumpflegedienstes auf den 11. März 2013 terminiert“, sagt MEAG-Sprecher Josef Wild.
Bezirksamt und Bezirkspolitiker wussten Bescheid, warum nicht die Initiative und die Öffentlichkeit? „Als Betreiber sind wir mit der Fällung unserer Pflicht zur Verkehrssicherung nachgekommen. Das ist eine Frage der öffentlichen Sicherheit. Selbstverständlich stehen wir bei Fragen immer gerne zur Verfügung“, so Wild.
Becker und seine Mitstreiter wollen nun einen unabhängigen Gutachter beauftragen.
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