Bandscheibenkiller: Radweg nach Lurup

Unbeschwert von Lurup nach Altona mit dem Rad - das wird dauern. Die Bezirksversammlung Altona will, dass der Zustand der Radwege besser wird. Foto: pr (Foto: pr)

Altonaer Politik strebt Verbesserungen an

Von Altona nach Lurup mit dem Fahrrad zu fahren – womöglich noch im Dunkeln: „Ich dachte, es zerreißt mir die Bandscheibe.“ Sagte der Fraktionsvorsitzende der SPD in der Bezirksversammlung, Thomas Adrian, der in Lurup zu Hause ist.
Unebenheiten, Löcher, Baumwurzeln, enge Stellen, Auf und Ab - das macht die Radstrecke an der Luruper Chaussee aus. Umweltfreundlich denkende und handelnde Luruper sind dreifach gestraft: Sie haben keine S-Bahn-Verbindung, die Busanschlüsse verlangen viel Geduld und Stehvermögen und die Radwege in die Stadt sind in erbarmungswürdigem Zustand. „Eigentlich kann man problemlos mit dem Rad von Lurup nach Altona fahren – aber richtig gute Radwege findet man erst in Bahrenfeld und Ottensen“, stellte Adrian am eigenen Leib fest.
Er brachte einen Antrag in die Bezirksversammlung ein: Die Verkehrsbehörde soll sich die Radstrecke, die in Lurup unter anderem an Trabrennbahn, Dahliengarten und den Arenen vorbeiführt, genauer ansehen, vor den Altonaer Politikern im Verkehrsausschuss berichten und die „Radverkehrsanlagen Schritt für Schritt in einen sicheren und komfortablen Zustand“ bringen.
Alle anderen Fraktionen stimmten zu – wenn auch
Karsten Strasser von der Linken und Martin Scharlach (FDP) mahnten: Gute Radwege nach Lurup bedeuten hoffentlich nicht, dass die Planungen für einen Nahverkehr auf Schienen ganz ad acta gelegt werden!
Tim Schmuckall (CDU) meinte: „Die Strategie ist gut, aber es müssen auch die Mittel dafür bereitgestellt werden“, und ergänzte, dass man überall in Hamburg Räder mit extrem guter Federung braucht. Eva Bozenhardt (Grüne) seufzte angesichts der Radwegelage in der Stadt, der Antrag sei „ein Tropfen auf den heißen Stein. Aber irgendwo muss man ja anfangen.“
Thomas Adrian selbst resümierte in resignierendem Ton: „Wenn ich Glück habe, fahre ich dann als Rentner von Lurup nach Altona zum Einkaufen “.
Das kann dauern – Adrian ist 48 Jahre alt.
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