Bäume gefällt – aber niemand will’s gewesen sein

Hamburg: Mühlenau-Bruch |

Bezirksamt Eimsbüttel und Umweltbehörde weisen jede Verantwortung für
umstrittene Aktion im Mühlenau-Bruch von sich

von Reinhard Schwarz

Kahlschlag im Mühlenau-Bruch. Mitten im Landschaftsschutzgebiet, dort wo die Mühlenau in die Kollau fließt, wurden kürzlich mehrere Bäume abgehackt. Warum? Eine Nachfrage bei der Eimsbütteler Verwaltung bringt kein Licht ins Dunkel.
„Wir wissen davon nichts und haben das nicht in Auftrag gegeben“, berichtet Sprecher Stephan Glunz. Dafür weiß der Naturschutzbund (Nabu) mehr. „Das hat die Umweltbehörde veranlasst“, erklärt Dieter Siebeneicher (Nabu Eimsbüttel). „Stimmt nicht“, sagt Behördensprecher Björn Marzahn auf Nachfrage, „wir sind nicht zuständig.“ Seinen Informationen zufolge soll das Bezirksamt Eimsbüttel die Maßnahme veranlasst haben. Offenbar weiß die eine Behördenhand nicht, was die andere tut.
Klar ist: Mindestens drei Bäume wurden gefällt – in wessen Auftrag auch immer. Nach Einschätzung des Nabu sollen durch die Abholzaktion die Wasserqualität und der Amphibienschutz verbessert werden. Denn faulendes Laub verschlechtert die Wasserqualität, weil es dem Gewässer Sauerstoff entzieht. Zudem verschatten Laubbäume den Teich, was ebenfalls ungünstig für die Entwicklung des Amphibiennachwuchses ist. Dieter Siebeneicher: „Wenn es eine ökologische Verbesserung bringt, ist diese Maßnahme für uns in Ordnung.“
Die Abholzaktion ist nicht der erste Eingriff im Mühlenau-Bruch. Schon im vergangenen Jahr wurde auf der nördlichen Seite des Gebiets ein künstlicher Teich angelegt, erinnert sich Joerg Kilian aus Eidelstedt: „Tagelang wurden schweres Gerät sowie Lkw eingesetzt.“ Nun speist die Mühlenau den künstlich angelegten Teich.
Kilian mutmaßt: „Der Mühlenau-Bruch war bis zum Kahlschlag fast unberührte Natur pur. Nun soll also auch hieraus eine Kulturlandschaft werden.“
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