Auf dem Weg zur Einbürgerung

Hier bekommen Migranten Hilfe und Mut zuge-sprochen: Die offene Sprechstunde des Deutschen Roten Kreuzes im DRK-Zentrum Osdorf. Beraterin Corinna Franz (l.) hilft Ratsuchenden wie Tumaeva Milana (M.) und Karina Haracoeva bei Fragen nach Einbürgerung, Familienzusammenführung oder Unterhaltsvorschuss. Foto: langenbach

Wie Zuwanderern in einer Beratungsstelle in Osdorf geholfen wird

Von Maren Langenbach.
Karina Haracoeva rutscht ihren Stuhl zurecht, sie spricht leise in fast perfektem Deutsch, erklärt, warum sie hier ist. „Ich möchte die deutsche Staatsangehörigkeit beantragen“, sagt sie und lächelt. „Staatsangehörigkeit“ – ein schweres Wort. Ähnlich schwer sind die Fragen des Einbürgerungstestes, den die 24-Jährige dafür bestehen muss. Aber hier, in der offenen Sprechstunde der Migrantenberatung des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), wird man ihr dabei helfen, da ist sich die junge Tschetschenin, die seit zehn Jahren in Deutschland lebt, sicher.
„Wir werden die Fragen zusammen durchgehen. Dann schauen wir, wo Sie den Test ablegen können“, erklärt Beraterin Corinna Franz der jungen Mutter, die erleichtert nickt. Dann wendet sie sich Tumaeva Milana zu, die Nachbarin von Karina Haracoeva, die sie heute begleitet hat. Die 30-Jährige stammt auch aus Tschetschenien, die Frauen haben sich in Deutschland kennengelernt. Die Mutter eines einjährigen Mädchens möchte wissen, wie es mit ihrer Familienzusammenführung aussieht. „Mein Mann ist in Nürnberg und er wird in Deutschland nur geduldet. Es wäre schön, wenn wir zusammen leben könnten, zusammen mit unserem Kind“, sagt Tumaeva.

Die Beraterinnen wollen
Hilfe zur Selbshilfe geben

Anträge auf Staatsbürgerschaft, für das Arbeitslosengeld, die Pflegekasse oder Unterhalt sind häufige Anliegen, die Besucher an die Beraterinnen Corinna Franz und ihre Kollegin Lilli Schmidt herantragen. „Und wir helfen sehr gern“, betont Kristina Todorovic, Leiterin des DRK-Zentrums Osdorfer Born, in dem die Beratung stattfindet. „Das spüren die Menschen. Viele der Klienten kommen mehrfach in die Sprechstunde. Wir müssen aber auch klar sagen, dass wir hier nur eine Erstberatung leisten können. Wir sind keine Rechtsberatung, auch keine Therapiestelle. Damit würden wir unsere Grenzen überschreiten.“
Es ist Hilfe zur Selbsthilfe, einen ersten Anstoß geben. „Oft reicht es den Menschen zu sagen, bei welcher Behörde sie ihr Anliegen vortragen können, oder wo es die entsprechenden Formulare gibt. Dann ermutigen wir sie, es erst einmal selbst zu versuchen“, so Todorovic. „Wenn es dann klappt, sind die Menschen voller Stolz, es selbst geschafft zu haben.“

Info
Rund 35 Hilfesuchende kommen in der Woche in die offene, kostenfreie Sprechstunde im DRK Zentrum Osdorfer Born, Bornheide 99. Seit vorigen Sommer ist die Zahl von Menschen aus arabischen Ländern gewachsen, die hier Rat suchen.
Sprechzeiten: Montag bis Mittwoch, 9 bis 11 Uhr, Donnerstag 15 bis 17 Uhr.
Die Beratungen finden auf Deutsch, Englisch, Französisch, Russisch oder Spanisch statt.
Tel 84 90 80 82
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.