Auf dem Holzweg?

Horst Becker, ehemaliger Vertrauensmann der Initiative Grünes Zentrum Eidelstedt, forderte ein Gutachten zum Baumstumpf - Center-Eigentümerin MEAG lehnt das ab. (Foto: cv)

Baumfällung am Eidelstedt Center: Bürgerinitiative vermisst Transparenz

von Carsten Vitt, Eidelstedt - Ein stattlicher alter Baum am Eidelstedt Center wird gefällt, weil er von einem Pilz befallen war. Umsturzgefahr! Genehmigung erteilt. Für das Bezirksamt Eimsbüttel ist das ein gewöhnlicher Vorgang – für Aktive der ehemaligen Initiative Grünes Zentrum Eidelstedt nicht. Sie vermissen frühzeitige und ausführliche Informationen über die Hintergründe. Denn über die Grünfläche, auf der der Baum stand, gab es voriges Jahr einen Bürgerentscheid. Ergebnis: Die Fläche soll so erhalten bleiben, wie sie ist. Wer ist da nun auf dem Holzweg?
Die etwa 150 Jahre alte Rotbuche wurde am 11. März gefällt (das Wochenblatt berichtete). Bereits Ende November 2012 hatte das Bezirksamt dies genehmigt. Argument: Wegen des Pilzbefalls, der die Baumwurzeln schädigt, könnte der Baum umkippen. Dass die Fällerlaubnis angesichts des Bürgerentscheids heikel sein könnte, war den Eingeweihten offenbar klar. Aber darüber informieren, um keinen falschen Eindruck entstehen zu lassen? Das Bezirksamt regte eine Veröffentlichung nach eigener Darstellung an, das Eidelstedt Center folgte dieser Anregung aber nicht. Auch das Amt machte die anstehende Fällung von sich aus nicht öffentlich.
Das nährt Zweifel. Horst
Becker, ehemaliger Vertrauensmann der Initiative, haut den Beteiligten diese Haltung nun um die Ohren: „Weder das Bezirksamt noch das Eidelstedt Center handhaben die Sache transparent.“ Becker betrachtet es als respektlos gegenüber dem Votum der Bürger, „dass das Amt nicht von sich aus Transparenz herstellt und den Nachweis führt, dass es sich um eine notwendige Maßnahme gehandelt hat“.
Es soll Fotos geben, die den Pilzbefall am Baum zeigen – werden diese vorgelegt? Center-Eigentümerin MEAG sieht sich da als „falscher Ansprechpartner“ und verweist auf das Amt. Zudem wollte die Initiative den Baumstumpf von einem Experten untersuchen lassen, die MEAG lehnt das aber ab.
Ach ja: Der alte Baum ist zwar weg, dafür sollen aber zwei neue gepflanzt werden.
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.