Angst vor Schleichverkehr

Rund 80 Bürger waren zu der Anhörung über die Verkehrsplanung rund um das neue Lurup Center in das Stadtteilhaus Lurup gekommen. Joachim Eggeling (CDU, stehend), moderierte die Debatte. Foto: rs
 
CDU-Verkehrsexperte Tim Schmuckall (2. v. l.) sagte, dass die Vorschläge der Bürger bei der Anhörung zu der Verkehrsplanung rund um das Lurup Center nicht mehr in die Auswertung gelangen werden, weil die Planungsbehörde bereits die „Schlussverschickung“ vorgenommen hatte. Die Bezirkspolitik war auf dem Podium vertreten durch Henrik Strate (SPD), Schmuckall, Frank Steiner (GAL), Ove Rybka (FDP) und Karsten Strasser (Die Linke). Foto: rs

Gut informierte Bürger bei Anhörung zur Verkehrsführung rund um das Lurup Center

Lurups neues Center am Eckhoffplatz ist im Bau –und rundherum verändert sich auch die Verkehrsführung. Insbesondere Lüttkamp-Anwohner befürchten, dass ihre erst kürzlich verkehrsberuhigte Straße wieder zum Schleichweg wird. Am Donnerstag konnten sich Besucher während einer öffentlichen Anhörung im Stadtteilhaus Lurup über die aktuelle Verkehrsplanung informieren und Verbesserungsvorschläge machen. Doch ob diese Vorschläge in die Planung einfließen, ist umstritten: Kurz vor Ende der Anhörung erklärte Bezirksabgeordneter Tim Schmuckall (CDU), dass die Planungsbehörde bereits die „Schlussverschickung“ vorgenommen habe (siehe Kasten).
Die Bürger zeigten sich während der Anhörung gut informiert und sparten nicht mit Kritik. Punkt eins: das Parkdeck. Viele Bürger monierten, dass zukünftig Autofahrer, die das Center über das geplante Parkdeck am Lüttkamp verlassen, auch nach links in die verkehrsberuhigte Straße einbiegen können. Rüdiger Martens von der Planungsfirma Argus beschwichtigte: „Die Ampel an der Ausfahrt Parkdeck wird so geschaltet, dass die Rechtsabbieger bevorzugt werden.“ Viele der Anwesenden glaubten aber nicht, dass eine solche Ampelschaltung die Pkw-Fahrer vom Linksabbiegen in den Lüttkamp abhalten würden.
Weiterer Kritikpunkt: Während es für Autofahrer 460 Parkplätze geben wird, sind nur elf Bügel für Fahrräder vorgesehen. Ein Schildbürgerstreich? „Das kann es einfach nicht sein!“, empörte sich eine bekennende Radlerin. Michael Meyer vom Landesbetrieb zeigte sich ratlos: „Es sind eben Fahrradplätze auf privatem Grund.“ Man könne den Investor nicht zur Einrichtung von Fahrradbügeln zwingen. Möglich sei aber ein Appell an den Bauherrn.
Zudem monierten viele Bürger, dass es keine weitere Buslinie zur Anbindung des Centers geben wird. Vierter Kritikpunkt: Einige Anwesende wunderten sich, dass das geplante Neubaugebiet auf dem benachbarten Hermes-Gelände nicht in die Überlegungen zur Verkehrsführung mit einbezogen wurde. Daraufhin antwortertet Rüdiger Martens von der Planungsfirma Argus: Das sei nicht die Aufgabenstellung für seine Firma gewesen.

Bürger-Ideen werden „ernst genommen“
Sind die Änderungsvorschläge der Bürger während der Anhörung zur Erschließung des Lurup Centers hinfällig? Mit der „Schlussverschick- ung“ am 29. November 2011 habe der Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer „Fakten geschaffen“ und das Beteiligungsverfahren noch vor der Bürger-Anhörung am Donnerstag beendet, erklärte Tim Schmuckall (CDU). Die Fragen, Einwendungen und Vorschläge der Bürger würden nicht mehr berücksichtigt, so Schmuckall. Auch SPD-Politiker Henrik Strate fand diese Vorgehensweise der Behörde „unglücklich“ und erklärte, deswegen mit dem zuständigen Wirtschafts-Staatsrat Andreas Rieckhof sprechen zu wollen.
Auf Anfrage des Elbe Wochenblatts bei der Wirtschaftsbehörde erklärte Sprecherin Helma Krstanoski: „Auch nach einer Schlussverschickung ist es grundsätzlich möglich, Änderungen aufgrund von Anregungen und Änderungswünschen seitens der Bürger und der Politik durchzuführen.“ Anregungen und Bedenken der Bürger würden „sehr ernst genommen“, so Behördensprecherin Helma Krstanoski. Der Landesbetrieb habe die Schlussverschickung an alle Beteiligten des Verfahrens deswegen so frühzeitig versendet, um im Frühjahr dieses Jahres rechtzeitig mit den Bauarbeiten beginnen zu können. rs
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2 Kommentare
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Martin Sünkenberg aus Lurup | 11.01.2012 | 22:10  
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Maike Heins aus Lurup | 22.03.2012 | 16:06  
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