Angst um ihre Ein-Euro-Jobs

Sie hoffen auf den Erhalt der Ein-Euro-Jobs bei einfal, beispielsweise in der Fahrradwerkstatt: Susanne Priebitz-Potocnik, Leiterin des Quartiersservice Eidelstedt, einfal-Projektassistentin Dagmar Castan, sowie die Ein-Euro-Jobber Maren Albuschat, Axel Krakowski und Ulrich Alteköster (v. l.). Foto: da
Hamburg: Quartiersservice Eidelstedt |

Ungewissheit belastet Aktivjobber: „Das Weihnachtsfest wird überschattet“

Die Rotstift-Politik im Bereich der Langzeitarbeitslosen hat in diesem Jahr auch in Eidelstedt zu einem massiven Abbau an Ein-Euro-Jobs geführt. Dies gilt besonders für die einfal GmbH, dem größten Anbieter an Ein-Euro-Jobs in Eidelstedt: Waren vor einem Jahr noch rund 200 Aktivjobber bei einfal in Eidelstedt tätig, so ist mittlerweile jede zweite Stelle weggefallen. Weitere Kürzungen drohen. Wie sehen Ein-Euro-Jobber ihre Lage? Das Wochenblatt hat sich umgehört.
107 Aktivjobber arbeiten derzeit im Durchschnitt neun Monate bei einfal in Eidelstedt. Da der Bund auch im nächsten Jahr Dutzende Millionen Euro weniger für Langzeitarbeitslosen an Hamburg überweisen wird, droht in Eidelstedt die Zahl der Ein-Euro-Jobber weiter zurückzugehen. „Für die Teilnehmer ist dies eine belastende Situation“, weiß Susanne Priebitz-Potocnik, Leiterin des einfal-Quartiersservice Eidelstedt. Viele Bewilligungen des Jobcenters für Ein-Euro-Jobber laufen nur noch bis zum Ende des Jahres – niemand weiß, wie es danach weitergeht. „Das Weih-nachtsfest wird ein Stück weit überschattet“, berichtet die Hartz-IV-Empfängerin Maren
Albuschat. Gerne würde die 42-Jährige auch im nächsten Jahr im „Nachbarschaftsgarten“ qualifiziert werden: „Ich will Gärtnerin werden.“
Ulrich Alteköster sieht für sich als 59-Jähriger keine Perspektive mehr auf dem ersten Arbeitsmarkt. Gleichwohl hofft er, dass seine Bewilligung über den 23. Dezember hinaus verlängert wird–­ „ansonsten wäre ich völlig arbeitslos und müsste zu Hause sitzen.“ Im Nachbarschaftsgarten, so der gelernte Industrie-Kaufmann aus Iserbrook, „habe ich nette Kollegen, und die Arbeit macht mir Spaß“.
Der Luruper Axel Krakowski kann wegen schweren Bandscheiben-Leidens nicht mehr als Maurer auf dem Bau arbeiten. Der 50-Jährige weiß es zu schätzen, dass er in der Fahrradwerkstatt seine handwerklichen Fertigkeiten einbringen kann. „Die Arbeit hier hilft mir, wieder körperlich fit zu werden, damit wieder eine Beschäftigung finden. Ich hoffe, dass es hier weitergeht.“ Doch die Chancen stehen nicht gut – der Senat will, unter anderem als Reaktion auf die Kürzungen des Bundes, die Zahl der Ein-Euro-Stellen von 6.150 auf 3.900 senken.
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