Als Kind hatte er mit Zirkus nix am Hut

Andreas Schmiedel hofft darauf, eine feste Finanzierung für den Kinderzirkus hinzubekommen. Foto: pr

Andreas Schmiedel gründete den Kinderzirkus Abrax Kadabrax im Osdorfer Born

KP Flügel, Osdorfer Born
Er hat maßgeblich dazu beigetragen, dass die Osdorfer dank ihrer neu erworbenen Jonglierkünste die Stadtteilwette gegen NDR 90,3 und das Hamburg Journal gewonnen haben: Andreas Schmiedel. Dabei kam seine Leidenschaft für die Manege spät, dann aber richtig. Andreas Schmiedel ist Sozialpädagaoge, Zirkusdirektor, Projektleiter und –entwickler, Geldbeschaffer und Hausmeister in einer Person. Beim Kinder- und Jugendzirkus Abrax Kadrabax, der im Osdorfer Born zahlreiche Mitmachangebote für junge und erwachsene Menschen organisiert.
Mitte der 1990er Jahre lernte Schmiedel zum ersten Mal einen Zirkus kennen, der mit Kindern arbeitet. „Für Zirkus und Akrobatik habe ich mich selbst als Kind überhaupt nicht interessiert. Aber mein Erlebnis mit Zirkus mit Kindern hat bei mir alles umgekrempelt. Hier können Kinder ihre Stärken entdecken, in der Akrobatik, beim Jonglieren oder bei der Clownerie.“
Wenn sich Kinder öffnen und begeistern lassen, motiviert es ihn zum Weitermachen – trotz aller finanzieller Widrigkeiten. „Die Schwierigkeit besteht darin, dass jedes Projekt einzeln akquiriert werden muss. Erst dann kann das Projekt starten“, betont der 55-Jährige. Bei Abrax Kadabrax arbeiten 17 Zirkus-, Theater- und Tanzpädagogen in ungefähr 80 Projekten und bis zu 1.500 Kinder werden im Jahr erreicht.
Abrax Kadabrax wird zwar vom Bezirksamt unterstützt, aber bis jetzt gibt es keine Basisfinanzierung. Daher hofft Andreas Schmiedel im nächsten Jahr das Bezirksamt und den Träger, das Jugendpfarramt in der Nordkirche, überzeugen zu können, dass der Zirkus eine gesicherte finanzielle Basis braucht. „In den letzten sechs Jahren habe ich ungefähr 1,5 Millionen Fördergelder und Spenden akquiriert. Dennoch ist es immer noch nicht möglich gewesen, Festanstellungen für die Administrativen zu schaffen.“ Das wäre besonders notwendig, wenn die Arbeit weitergehen und eine Perspektive haben soll.
Andreas Schmiedel arbeitet zwölf bis 14 Stunden am Tag, manchmal auch am Wochen-ende. „Da komme ich an meine Grenzen.“ Für Hobbys neben dem Zirkus bleibt keine Zeit. „Ich versuche mit Yoga zu entspannen und meine Kräfte wieder aufzubauen.“
❱ Andreas Schmiedel, Jahrgang 1961, geboren in Berlin. Studium der Sozialpädagogik (Diplom Sozialpädagoge), arbeitet als Diakon bei der St. Ansgar Kirchengemeinde. 1998 Gründung des Zirkus Abrax Kadabrax, Ausbildung als Zirkuspädagoge.


Abrax Kadabrax
Seit 2010 hat der Zirkus Abrax Kadabrax an der Bornheide 76 hinter den Hochhäusern am Osdorfer Born sein Zelt aufgeschlagen. Das Projekt versteht sich als zirkuspädagogisches Zentrum und existiert schon seit 19 Jahren. Der Zirkus organisiert Kurse und Aufführungen für Kinder und Jugendliche, aber auch generationenübergreifende Projekte.
❱❱ www.abraxkadabrax.de
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