Alles so schön grün hier!

Die deutsch-jordanische Schüleraustauschgruppe mit Schulleiter Egon Tegge (r.) vom Goethe Gymnasium, Naimeh Holmann (4.v.r.), Organisatorin und Gründerin der Gesellschaft für Deutsch-Arabische Begegnungen, und der Lehrerin Awatef Biitar (l.), die die Schüler auf ihrer Reise begleitet. (Foto: ch)

Ganz besonderer Schüleraustausch: Jordanische Jugendliche zu Gast im Goethe Gymnasium

- von Christiane Handke, Lurup - Was ist den Schülern und Schülerinnen, die zurzeit das Goethe Gymnasium besuchen, am meisten an Deutschland aufgefallen? Die Antwort kommt wie aus einem Mund: „Es ist alles so grün hier!“
Kein Wunder: Die Gruppe kommt aus Jordanien, arabisches Land mit vielen Wüstengebieten. Aber auch anderes fällt ihnen auf: „Die Kinder sind hier selbstständiger als bei uns“, sagt die 15-jährige Farah Barakat und zeigt auf die vielen Fahrräder, die im Schulhof stehen. „Wir dürften nicht mit dem Fahrrad allein zur Schule fahren.“ „Entweder fährst du bei uns mit dem Bus, oder die Eltern bringen dich“, fügt Layth Al Zubi (17) hinzu. „Und der Unterricht – der ist auch ganz anders.“ So blieben in Jordanien die Schüler viel länger im Klassenverband zusammen.
Lehrerin Awatef Biitar, die die Gruppe begleitet, hat festgestellt, dass deutsche Kinder und Jugendliche in der Familie anders erzogen werden als jordanische. „Hier wird mehr Wert auf frühe Selbstständigkeit gelegt. Bei uns werden sie länger behütet“, sagt sie.
Die jordanischen Schüler wohnen bei Hamburger Gastfamilien. Farah lebt bei der Familie Massmann. Und findet, dass sich beispielsweise die deutschen Essgewohnheiten gar nicht so sehr von den jordanischen unterscheiden. Paula Massmann (16) gehört zur deutschen Seite des Austauschs, an der auch das Gymnasium Dörpsweg teilnimmt.
Gemeinsam absolvieren die deutschen und jordanischen Schüler ein ausgeklügeltes Programm; unter anderem war die Gruppe in Berlin und hat dort mit deutsch-arabischen Parlamentariern gesprochen.
Organisiert hat das alles Naimeh Hollmann, gebürtige Palästinenserin und ehemalige Studienrätin an der Julius-Leber-Schule. Sie ist Gründerin des Vereins „Gesellschaft für deutsch-arabische Begegnung e.V.“ und freut sich besonders, wenn sie auf ehemalige Austauschschüler trifft, die sich entschlossen haben, nach dem Schulabschluss im Gastland zu zu studieren.
Am 19. Juni fliegen die Jordanier wieder zurück in die Heimat, mit vielen neuen Erkenntnissen über eine fremde Kultur, die sie hautnah erlebt haben. Ende September folgt der zweite Teil des Austauschs: Dann brechen Paula und ihre Freunde vom Goethe Gymnasium nach Jordanien auf.
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