800 Wohnungen am Hörgensweg?

400, 600, 800 Wohnungen? Am Hörgensweg soll ein Quartier für Flüchtlinge entstehen.

Eine Siedlung für Flüchtlinge: Was der Bezirk auf dem Luserke-Gelände plant

Eidelstedt braucht Platz für Flüchtlinge: Die Unterkunft im Ex-Baumarkt am Hörgensweg wird im März 2016 geräumt. Ein paar hundert Meter weiter soll auf einer Gewerbebrache ein neues Quartier mit Hunderten Wohnungen entstehen. Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Was wird aus der Unterkunft Hörgensweg?
Der ehemalige Baumarkt steht nur bis Ende März 2016 zur Verfügung. Dann hat der Eigentümer andere Pläne: Es soll ein Kaufland-Supermarkt dort eröffnen.

Gibt es Alternativen?
Kaum. Hörgensweg ist eine Erstaufnahme. Heißt: Hier kommen Flüchtlinge nach ihrer Re-gistrierung unter – meist nur kurzfristig. Es gibt einen ständigen Wechsel der Bewohner. Ob eine neue Notunterkunft in der Umgebung entsteht, ist unklar.

Wo sollen Wohnungen entstehen?

Auf dem seit Jahrzehnten brachliegenden Gelände einer ehemaligen Gärtnerei zwischen Hörgensweg, AKN-Strecke und Autobahn. Alle Bezirke sollen Bauflächen nennen, Eimsbüttel hat diese ausgewählt. Nach
Wochenblatt-Informationen geht es um bis zu 800 Wohnungen – teils als Bleibe für Flüchtlinge, teils als reguläre Sozialwohnungen.

Kommt das wirklich so?
Ist noch nicht klar. Gespräche mit dem Eigentümer laufen, eine Einigung gibt es wohl noch nicht. Größe und Lage der Siedlung sind umstritten. Viele Bürger und Politiker aus Eidelstedt befürchten, dass ein Flüchtlings-Quartier zwischen zwei bereits bestehenden Saga-Siedlungen zu viel für den Stadtteil ist. Eidelstedt-Nord ist ein Viertel mit einem hohen Anteil an Arbeitslosen und Sozialhilfeempfängern. Es gibt Sorgen, dass das Quartier „kippen“ kann. Die CDU Eimsbüttel fordert zum Beispiel, maximal 600 Wohnungen dort zu bauen – davon einen Teil als reguläre Mietwohnungen.

Senatspläne: 800 Wohnungen pro Bezirk

Der Hamburger Senat will bis Ende 2016 pro Bezirk 800 Sozialwohnungen für Flüchtlinge in einem Eilverfahren bauen lassen. Für Eimsbüttel stehen drei Flächen im Mittelpunkt, davon zwei in Eidelstedt: ein Grundstück an der Ecke Duvenacker / Niendorfer Gehege in Eidelstedt (1,1 Hektar groß, reicht für etwa 100 Wohnungen) und das sogenannte Luserke-Gelände am Hörgensweg (ehemals Gartenbaubetrieb Süptitz). In jeder Wohnung sollen im Schnitt fünf Flüchtlinge unterkommen. Heißt: Bei 600 Wohnungen sind das 3.000 Menschen. Private Investoren oder Genossenschaften sollen bauen, die Stadt zahlt Zuschüsse, wie sonst auch beim sozialen Wohnungsbau. Günstige Mieten werden über 15 bis 30 Jahre festgeschrieben.
Das Bezirksamt plant einen Informationsabend: Am Mittwoch, 27. Januar, geht es
um die Pläne für den Duvenacker. Ort: Gymnasium Dörpsweg, Zeit: noch unbekannt.

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Stichwort „Hörgensweg“
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Betreff: Hörgensweg

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