350, 120, 100 – was denn nun?

Streitpunkt Flüchtlingswohnungen auf dem Süptitz-Gelände: Viele fordern eine weitere Reduzierung von aktuell 350 auf 100 oder zumindest 120 Wohneinheiten. Im Vordergrund: Ina Möller von der Geschäftsführung des Bürgerforums Eidelstedt. (Foto: rs)

Flüchtlingswohnungen am Hörgensweg: Beim Bürgerforum Eidelstedt prallten die Meinungen aufeinander

Reinhard Schwarz, Eidelstedt

Wie kann die Integration von mehr als 1.000 Flüchtlingen am Hörgensweg in Eidelstedt-Nord gelingen? Über die Pläne für das neue Quartier mit Flüchtlingswohnungen wurde während des jüngsten Bürgerforums in Eidelstedt gestritten. Zwei Positionen prallten aufeinander: Die einen halten die bereits von 600 auf 350 Wohneinheiten abgespeckte Variante immer noch für zu groß; die anderen wollen, dass so schnell wie möglich gebaut wird, damit die Schutzsuchenden aus den Containern und Baumärkten herauskommen. Michael König und Axel Voigt vom Sozialraummanagement des Bezirksamts Eimsbüttel waren eingeladen, um über Integrationskonzepte des Bezirks zu sprechen, und sahen sich erneut mit der Debatte um die Anzahl der Flüchtlingswohnungen auf dem Süptitz-Gelände konfrontiert.
„Das ist doch alles bereits in öffentlichen Veranstaltungen
diskutiert worden“, hielt König den Kritikern entgegen. Hätte er gewusst, dass vor Ort wieder über die Zahl der Wohnungen gestritten werden würde, „hätte ich jemanden aus dem Baudezernat mitnehmen müssen“. Doch viele der Anwesenden haben Bedenken gegenüber der Flüchtlingssiedlung. „Integration funktioniert nicht, wenn 700 Syrer oder 700 Afghanen unter sich sind“, sagte ein junger Afghane, selbst ein ehemaliger Flüchtling. Er habe nur deswegen so schnell die Sprache gelernt, weil er viel mit Deutschen zusammen war.

Bezirksamtsmitarbeiter:
„Sind nicht die Entscheider“


„Wir würden uns wünschen, wenn Menschen wie Sie sich an dem Integrationsprozess beteiligen“, antwortete König dem Afghanen. Allerdings seien die Bezirksamtsmitarbeiter „nicht die Entscheider“, die aufgebrachten Eidelstedter müssten sich an ihre Abgeordneten in der Bürgerschaft wenden: „Wir sind beauftragt, dafür zu sorgen, dass das Zusammenleben klappt.“
Im Bürgerforum überwiegt offenbar die Skepsis. In einer Resolution spricht sich das Gremium für möglichst wenig Flüchtlinge aus: „Wir fordern eine Reduzierung der Zahl der Wohneinheiten für Flüchtlinge von 350 auf 100 bis 120“, erklärte Ina Möller von der Geschäftsführung des Bürgerforums. Weiterhin sei immer noch unklar, ob es einen „Raum der Begegnung“ für die Neubürger geben werde. Möller: „Wir wollen endlich Butter bei die Fische haben.“
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