2016: Das war das Jahr

12.000 Menschen feiern in Eidelstedt mit dem NDR eine große Sommerparty. (Foto: Herzig/NDR)

Jahresrückblick: Was die Menschen in Eidelstedt, Lurup und im Osdorfer Born bewegte

JANUAR

❱❱ Ein Thema wird Eidelstedt das ganze Jahr über beschäftigen: Wohnungen für Flüchtlinge. Am Hörgensweg ist eine Sozialsiedlung mit etwa 800 Wohnungen geplant, am Duvenacker sollen 100 entstehen. In der Nachbarschaft formiert sich Protest. Im Januar sind in einem ehemaligen Praktiker-Baumarkt noch etwa 850 Menschen untergebracht.
❱❱ Die AKN schafft für 60 Millionen Euro 14 neue Züge an, die zwischen Eidelstedt und Kaltenkirchen fahren. Größer, heller und mit Klimaanlage! Von einer Schienenanbindung können die benachbarten Stadtteile Lurup und erst recht der Osdorfer Born nur träumen. Die geplante Linie U 5 in den Westen steht in den Sternen, Aktive aus dem Born machen sich zwischenzeitlich eher für eine S-Bahn in den Westen stark. Weil es dafür schon ein Netz gibt und weil eine neue Route schneller gebaut werden könnte, heißt es.
❱❱ Die Luruperin Irina P. klagt über Elektrosmog in ihrer Wohnung. Sie verbringe deshalb die Tage größtenteils draußen. Laut Vermieter Saga gebe es aber keine Probleme an der Elektrik in der Wohnung.

FEBRUAR

❱❱ Ärger über Starts und Landungen: Die Initiative gegen Fluglärm (IFL) im Hamburger Westen fordert, die Bewohner besser zu schützen. „Dort, wo es bis Ende 2013 praktisch keinen Fluglärm gab, wird heute oftmals täglich in kurzen Takten geflogen. ... Nicht selten wird von morgens sechs Uhr bis nach 23 Uhr abends geflogen. Die betroffenen Bewohner können dem Lärm gar nicht mehr ausweichen“, sagt IFL-Sprecher Klaus Wicher im Interview mit dem Elbe Wochenblatt.
❱❱ Der Altonaer Bundestagsabgeordnete Matthias Bartke besucht die Wochenblatt-Redaktion – in dem Interview geht es überwiegend um die Flüchtlingspolitik. „Obergrenzen lösen kein Problem, aber wir können auch nicht jedes Jahr eine Million Flüchtlinge aufnehmen. Mit Blick auf die demografische Entwicklung und unsere alternde Gesellschaft zeigt sich: Wir brauchen etwa 500.000 Zuwanderer pro Jahr, diese müssen wir qualifizieren und integrieren“, so Bartke.
❱❱ Bürgerinitiativen aus mehreren Hamburger Stadtteilen schließen sich zusammen und starten eine Unterschiftensammlung gegen große Flüchtlingsunterkünfte vor Ort. Mit dabei sind auch Aktive aus Osdorf, Lurup, Bahrenfeld und Eidelstedt. Es ist der Auftakt für einen erbitterten Konflikt.

MÄRZ

❱❱ Sie kommt aus Lurup, ist Sonderpädagogin und arbeitete in vielen Förderschulen. Nun leitet Kerstin Wendt-Scholz die Grundschule Franzosenkoppel in ihrem Heimatstadtteil. Sie löst die langjährige Schulleiterin Marion Lindner ab.
❱❱ Jungen und Mädchen der Kita Moorwisch aus Lurup gewinnen beim Wettbewerb „Forschergeist“ – sie werden Landessieger in Hamburg. Die Kinder erforschten die Verschmutzung eines Bachs in der Nachbarschaft.
❱❱ Kahlschlag: Mindestens 29 Bäume werden auf dem Sportplätzgelände am Eidelstedter Furtweg abgeholzt. Am Randes der Sportfläche entstehen 108 Sozialwohnungen.
❱❱ Vier für den Osdorfer Born: Mathias Dahnke, Andreas Lettow, Michael Rietz und Maria Meier-Hjertqvist sind Sprecher des Stadtteilgremiums Borner Runde.

APRIL

❱❱ Am Lüttkamp in Lurup sind 224 Wohnungen entstanden, nun eröffnet im neuen Quartier eine Kindertagesstätte: 124 Jungen und Mädchen können dort betreut werden.
❱❱ Schulsprecher der Geschwister-Scholl-Schule setzen sich für das Miteinander ein: Mit einer Kampagne und T-Shirts werben sie für „Respect“.
❱❱ Trauer um Olli Lissy: Der Leiter des Eidelstedter Jugendzentrums Ackerpoolco verstarb überraschend.
❱❱ Noch eine neue Direktorin: Susanne Strüwe-Voss ist die Nachfolgerin von Egon Tegge am Goethe-Gymnasium.
❱❱ Das Elbe Wochenblatt berichtet über eine internationale Vorbereitungsklasse an der Geschwister-Scholl-Schule, in der Schüler aus zwölf Nationen lernen. „Keinen Bock habe ich hier noch nie gehört, das ist toll“, so Klassenlehrerin Anna Dittler.

MAI

❱❱ Ehemalige Lehrer der Schule Bornheide trafen sich zu einer besonderen Feier: Ihre frühere Chefin wurde 90 Jahre alt. Susanne Knief war die erste Schulleiterin, als die Grund-, Haupt- und Realschule Bornheide 1967 in dem Neubaugebiet Osdorfer Born eröffnet wurde. Viele der ehemaligen Lehrer können sich noch an die Stimmung damals erinnern. „Eine Aufbruchszeit“, sagen sie. Am ersten Tag gab es sieben Schüler, im Schuljahr danach gab es allein sieben erste Klassen.
❱❱ Immer mehr Einbrüche in Hamburg – das ist auch in Eidelstedt und Lurup der Fall. Die Zahl der Einbrüche stieg laut Kriminalstatistik für 2015 in Eidelstedt um 58 Prozent gegenüber dem Jahr zuvor, in Lurup um 47 Prozent. Die Polizei hält sich mit Erklärungen zurück. Die Gesamtzahl der hamburgweit erfassten Delikte sowie die Aufklärungsquote – diese liege bei 43,8 Prozent – sei weitgehend stabil geblieben, heißt es.
❱❱ Die Holsteiner Chaussee in Eidelstedt wird saniert – vier Tage ist die wichtige Verbindung zwischen Eidelstedt und Schnelsen komplett gesperrt.

JUNI

❱❱ Traumhaft: Der Zirkus Abrax Kadabrax zeigt seine erste generationenübergreifende Produktion. Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Senioren haben die fantastische Geschichte „Tauhidas Traum“ gemeinsam entwickelt.
❱❱ Gute Nachricht: Die Sonder-Kita „Sonnengarten“ für behinderte Kinder im Osdorfer Born wird dauerhaft von der Stadt Hamburg gefördert.
❱❱ Eine Geschichte zum Kopfschütteln: Am Vorhornweg in Lurup gibt es ein Gewerbegebiet, aber keinen einzigen Betrieb. Der Grund: Es fehlt seit Jahren eine Zufahrt!

JULI

❱❱ Lurup hat sein Tauschhaus wieder: In einem Container nahe des Elbgau-Bads können Bürger Sachen zum Verschenken abgegen oder sich etwas mitnehmen. Das erste Tauschhaus in der Elbgau-Passage wurde angezündet, der Täter später geschnappt.
❱❱ Die Schule Franzosenkoppel in Lurup feiert ihren 50. Geburtstag – mit großem Umzug und Aktionen im Stadtteil.
❱❱ 12.000 Menschen feiern mit Anke Harnack und dem NDR in Eidelstedt eine Riesen-Party. The Rattles und Chris de Burgh begeisterten bei der Sommertour von NDR 90,3 und dem Hamburg Journal. Die sportliche Stadtteilwette hat Eidelstedt klar gewonnen.

AUGUST

❱❱ Der Osdorfer Born und Teile Lurups sind Fördergebiete, Rixa Gohde-Ahrens und Elma Delkic sollen als Gebietsentwicklerinnen mithelfen, die Lebensqualität in den Stadtteilen zu verbessern.
❱❱ 3,3 Millionen Euro sind für den Um- und Ausbau des Bürgerhauses Eidelstedt zugesagt. 1,9 Millionen Euro kommen vom Bund, 1,4 Millionen Euro von der Stadt Hamburg. Geplant sind zum Beispiel mehr Angebote für Familien, zuziehende junge Menschen, Zuwanderer und Flüchtlinge.
❱❱ Wackeliger Kompromiss zu Flüchtlingswohnungen: Am Hörgensweg in Eidelstedt sollen maximal 350 Wohnungen für Flüchtlinge entstehen. Das sieht ein Bürgervertrag vor, den die rot-grünen Bürgerschaftsfraktionen mit Initiativen gegen große Flüchtligsunterkümfte ausgehandelt haben. Das Problem: In Eidelstedt baut ein privater Investor, mit dem offenbar vorher kein Politiker darüber geredet hat. Die Eidelstedter Initiative lehnt den Vertrag daher ab.
❱❱ Artem Harutyunyan begann beim SV Lurup mit Boxen – bei den Olympischen Spielen in Rio gewann er Bronze.

SEPTEMBER

❱❱ Hamburg will fahrradfreundlicher werden, die Bezirke arbeiten an Verbesserungen an den Velorouten, also speziellen Strecken für Radfahrer. In Eidelstedt ist die Reichsbahnstraße als Tempo 30-Abschnitt in der Diskussion. Im Osdorfer Born ist laut Radfahrern vor allem eines zu tun: Der Anfang der Veloroute müsste ausgeschildert werden, denn er ist gar nicht zu finden.
❱❱ Der Spielplatz am Lüttkamp in Lurup ist komplett neu! Nun mit Kletter- und Rutschenturm, Tischtennisplatte, Streetballfläche, Trampolin und Kunstrasen-Bolzplatz. Kosten: gut 450.000 Euro.
❱❱ Ärger in der Fangdieckstraße in Lurup: Auf beiden Seiten parken Autos, Laster kommen häufig nicht durch. Ein Teil der Straße ist Gewerbegebiet und gehört zum Bezirk Eimsbüttel, ein Teil Wohngebiet und gehört zum Bezirk Altona. Wer sich bei der Polizei beschweren will, wird häufig vertröstet, da sich kein Kommissariat zuständig fühlt.

OKTOBER

❱❱ Ein Rap-Text entfacht eine Diskussion im Osdorfer Born. Celina Ehrmann, Schülerin der Geschwister-Scholl-Stadtteilschule, wird für ihren „Rap Osdorf“ mit einem Preis ausgezeichnet. Sie schreibt vom „Ghetto“, über Hass, Armut und Jugendliche, die ihren Tag auf der Straße verbringen. Aktive aus dem Stadtteil, die sich um ein positives Image der Hochhaussiedlung bemühen, fühlen sich vor den Kopf gestoßen. Das Elbe Wochenblatt hört sich bei Jugendlichen um. Ergebnis: Sie finden die Zeilen ihrer Mitschülerin absolut treffend.
❱❱ Streit in Lurup: Eltern protestieren gegen den Verkauf eines Schulgrundstücks. An der Flurstraße entsteht ein Neubau für die Stadtteilschule Lurup, auf einer Teilfläche sollen Wohnhäuser gebaut werden. Der Elternrat der Schule pocht hingegen auf politische Zusagen aus dem Jahr 2015. Damals versicherte die Altonaer SPD: „Kein Wohnungsbau.“ Gilt offenbar nicht mehr.
❱❱ Die Eidelstedter Lohkampsiedlung wird als Deutschlands beste Nachbarschaft ausgezeichnet.
❱❱ Der neue ICE 4 wird in Eidelstedt vorgestellt. Das „Flaggschiff“ der Deutschen Bahn ist seit Herbst im Testbetrieb ab Hamburg.

NOVEMBER

❱❱ Lange war unklar, was mit dem Eidelstedt Center passieren wird, nachdem eine Erweiterung 2012 per Bürgerentscheid gestoppt worden war. Nun ist klar: Das Center wird umgebaut, und zwar auf der bestehenden Fläche. Heller, einladender, Schwerpunkt: Nahversorgung. Das sind die Ziele des Eigentümers Meag. Nach einem Aufruf im Elbe Wochenblatt äußerten Leser jede Menge Vorschläge für neue Läden. Ganz vorn auf der Wunschliste: Geschäfte für Bekleidung, junge Menschen und bekannte Drogerieketten.
❱❱ Prozess gegen Mustafa A. (50): Die Anklage lautet auf versuchten Mord. Im April soll A. seine von ihm getrennt lebende Ehefrau in der „Stadtbäckerei“ im Eidelstedt Center aufgesucht und – wohl aus Eifersucht – lebensgefährlich verletzt haben. Mit einem Urteil wird im Frühjahr 2017 gerechnet.
❱❱ Große Lernräume, eine Dreifeldhalle, ein Jugendhaus nebenan: Die Pläne für den 36-Millionen-Euro-Neubau der Geschwister-Scholl-Stadtteilschule werden vorgestellt. Kommentar einer Schülerin: „Endlich ein schönes Gebäude. Da bringt man gleich viel lieber Besuch mit.“

DEZEMBER

❱❱ Kay Gätgens wird neuer Bezirksamtsleiter in Eimsbüttel. Mit 27 von 47 möglichen Stimmen ist der Wunschkandidat der rot-grünen Koalition gewählt worden. 17 Bezirksabgeordnete stimmten gegen ihn, drei enthielten sich. Gätgens (54) ist der bisherige Baudezernent, stammt aus Schnelsen und arbeitet seit 2001 im Bezirksamt. Dessen Leitung übernimmt er am 1. Januar. Was muss er bald anpacken? Nach einem Aufruf im Wochenblatt schrieb eine Leserin zum geplanten Quartier Hörgensweg: „Es wäre gut, Raum zu schaffen für echte Integration, Häuser bauen zu lassen, in die Menschen gern einziehen wollen. Bitte nicht die Fehler von Billstedt oder Osdorfer Born wiederholen.“
❱❱ Lurup entdeckt die Zirkuskunst: Im Stadtteilhaus Böv 38 geht eine vielfältige Varieté-Show über die Bühne. Mit Körperakrobatik, Tanztrapez, Jonglage, Einradartistik, Tuchakrobatik und vielem mehr begeisterten Profis und Schüler aus Lurup das Publikum. Für Herbst 2017 plant das Stadtteilhaus ein Straßenkunstfestival mit Flohmarkt, Gauklern und Artisten.
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