188 Euro für nichts

Achtung: Wer ein gebuchtes Zimmer storniert, muss fast voll zahlen. Foto: panthermedia

Luruper muss teuer für eine
abgesagte Buchung zahlen

Carsten Vitt, Bahrenfeld/Lurup

Hamburg ist ein beliebtes Reiseziel. Aber Vorsicht, wenn man kurz vor dem Besuch das Hotel stornieren muss. Das kann ziemlich teuer werden.
Gerhard Renner muss nun satte 188 Euro zahlen – für ein Zimmer, das gar nicht benutzt und vom Hotel wahrscheinlich gleich weitervermietet wurde. Bekannte sollten während der Cruise Days im Mercure Hotel Volkspark wohnen. Preis: 209 Euro für eine Übernachtung im Doppelzimmer ohne Frühstück. Sechs Tage vor der Anreise mussten Renners Gäste absagen – wegen eines Krankenhausaufenthalts.
Das Hotel verlangte dann 90 Prozent der Übernachtungskosten – also 188,10 Euro – für die Stornierung. Der Luruper findet das recht happig: „Das Hotel war völlig ausgebucht, es wäre sicherlich kein Problem gewesen, dass Zimmer erneut zu vermieten.“ So argumentierte er auch gegenüber dem Mercure, das aber auf seiner Forderung beharrte.
Zu Recht? Grundsätzlich darf das Hotel eine Stornogebühr in dieser Höhe erheben, erklärt Julia Rehberg von der Verbraucherzentrale Hamburg. 

„Der Kunde muss den vollen Mietpreis zahlen abzüglich dessen, was der Hotelier durch anderweitige Vermietung erzielt beziehungsweise ersparte Aufwendungen.“ Bei einer Übernachtung ohne Frühstück, wie Renner sie gebucht hatte, gelten zehn Prozent als ersparte Aufwendungen. Bleiben also 90 Prozent des Preises. Aber Kunden sollten überprüfen, ob das Hotel zur Reisezeit ausgebucht gewesen ist. „Wenn ja, den Hotelier damit konfrontieren, dass er sich das, was er durch die anderweitige Vermietung erzielt, anrechnen lassen muss”, rät Rehberg.
Renner tat das – ohne Erfolg. Das Hotel bestand „trotz komplettem Ausgebuchtsein auf den Stornierungskosten“, so der Luruper. Seine Vermutung: „Das Hotel belegte das Zimmer erneut, und kassierte obendrein noch die Stornogebühren.” Er macht klar: Für einen gewissen Anteil Gebühren hätte er Verständnis gehabt. „Aber bei 90 Prozent hört unsere Freundschaft auf. Das ist Abzocke.“
Renner jedenfalls wird sich für zukünftige Gäste ein anderes Hotel suchen.

Das Hotel Mercure Volkspark weist darauf hin, dass der Kunde Renner einen Tarif ausgewählt habe, bei dem ausdrücklich darauf hingewiesen werde, dass die Buchung nicht storniert werden könne. Diese Bedingungen habe Renner über das Buchungsportal bestätigt und somit akzeptiert.
„Leider konnte das gebuchte Zimmer nachweislich nicht weiter vermittelt werden, da wir an diesem Tag, entgegen den Angaben im Artikel, leider nicht ausgebucht waren. Wir möchten Ihnen versichern, dass wir bei einer 100-prozentigen Auslastung Herrn Renner ganz selbstverständlich von uns aus das Geld erstattet hätten“, sagt Direktionsassistentin Maren Maucksch.
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