Zeichen stehen auf Sturm

Den Airbus-Mitarbeitern reicht es. Nach Schätzungen der Gewerkschaft beteiligten sich in Finkenwerder 8.000 Beschäftigte an einem Warnstreik, in allen norddeutschen Werken sogar mehr als 11.000. Die Polizei sprach von rund 3.500 Demonstranten in Finkenwerder. (Foto: Annekatrin Buruck)
Hamburg: Airbus |

Warnstreik bei Airbus: 8.000 Beschäftigte demonstrieren für Jobsicherheit

Von Annekatrin Buruck
„Das Maß ist voll!“ rief Daniel Friedrich, IG-Metall-Tarifsekretär, den geschätzten 8.000 Demonstranten des Flugzeugbauers Airbus zu, die sich vor dem Werkstor in Finkenwerder versammelt hatten. „Anderthalb Jahre lang haben wir über einen Zukunftstarifvertrag verhandelt, aber von der Geschäftsleitung kommt eine Provokation nach der anderen.“
Besonders wütend sind die Airbus-Mitarbeiter über die Drohung der Arbeitgeberseite, Teile der Produktion nach Frankreich zu verlagern. „So schafft man kein konstruktives Verhandlungsklima“, empört sich Friedrich und lässt an der Konsequenz keinen Zweifel: „Dann werden wir den Laden umkrempeln. Dann geht hier nix mehr raus!“
Wie schon im Juni fordern die Beschäftigten Arbeitsplatzsicherung bis 2020, unbefristete Übernahme der Lehrlinge und eine Perspektive für Leiharbeiter. Die Bedingungen dafür sind eigentlich hervorragend, denn das Auftragspolster reicht bis 2019. „Das kann nur mit einer motivierten Belegschaft abgearbeitet werden“, so Friedrich.
Ein Stück weit ist die Geschäftsführung der Gewerkschaft schon entgegen gekommen. „Wir bieten neun Jahre Arbeitsplatzgarantie für alle Airbus-Beschäftigten“, erklärte Firmensprecher Florian Seidel. Außerdem werde das Unternehmen in diesem Jahr bis zu 1.000 neue Mitarbeiter einstellen. Das könne es aber nicht umsonst geben. „Damit wir langfristig wettbewerbsfähig bleiben, müssen wir stetig produktiver werden.“ Acht Prozent Produktivitätssteigerung pro Jahr, wie die Geschäftsführung fordert, sei jedoch illusorisch, so Meinhard Geiken, IG Metall-Bezirksleiter.
Die Arbeitnehmervertreter fordern die Geschäftsleitung auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. „Aber wir unterschreiben keine Mogelpackung“, machte Jan-Marcus Hinz, Betriebsratsvorsitzender von Airbus, deutlich.
Eine einvernehmliche Lösung bleibt aber weiterhin das Ziel. Verhandlungsführer Friedrich: „Wir möchten voller Selbstbewusstsein wieder sagen können: „Wir sind Airbus!“
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