Wohnungsnot – aber die Kate steht leer

Haus im Nehusweg 1 soll nicht als Wohnraum vermietet, sondern ein Treffpunkt werden – doch es gibt im Ort davon schon einige

Andreas Göhring, Moorburg

Als die Stadt Hamburg vor gut zwei Jahren 161 Häuser in Moorburg an die heutige Saga Unternehmensgruppe verkaufte, kam in dem Ort mit nicht ganz 700 Einwohnern Hoffnung auf. Der SPD-Bezirkspolitiker Sören Schinkel sah in dem Verkauf nach Erbbaurecht mit einer Laufzeit von 75 Jahren ein Zeichen dafür, „dass der Senat nicht davon ausgeht, dass in Moorburg vor dem Jahr 2090 irgendetwas in Sachen Hafenerweiterung passieren wird.“
Andere waren da nicht so optimistisch. Moorburg-Aktivist Rainer Böhrnsen verweist auf das Haus Nehusweg 1, das seit März 2013 nach dem Brand eines defekten Ölofens leer steht: „Hamburg braucht dringend Wohnraum. Die Stadt setzt selbst bei leer stehenden privaten Immobilien mit Hilfe von Zwangsmaßnahmen eine Sanierung und die anschließende Vermietung durch.“
Aber in Moorburg werde anders verfahren. Statt die denkmalgeschützte Kate am Nehusweg zu sanieren und als Wohnraum zu vermieten, biete sie den Moorburgern scheinbar großherzig die Kate als Treffpunkt an – für „Begegnung und kreativen Austausch“. Das höre sich natürlich erst einmal ganz toll an, aber für Moorburg sei das gar nicht so toll.
Böhrnsen: „Moorburg hat bereits mehrere Stätten, die auf diese Weise genutzt oder genutzt werden könnten – zum Beispiel das ehemalige Gebäude der Moorburger Grundschule.“ Es werde vom Verein elbdeich genutzt, um „eine lebendige Plattform für Kunst, Kultur, Musik, Sport, Spaß und Jugendarbeit“ zu schaffen.
Der traditionelle Moorburger Treffpunkt im Schützenhof „Im alten Moorkathen“ bestehe zwar noch, werde aber von der Saga nicht saniert und werde kaum genutzt. Es gebe dort unter anderem einen großen Saal für mehrere hundert Personen.
Außerdem böten sich noch das Restaurant „Wasserturm“ und das Gemeindehaus als Treffpunkte an.
Wozu also noch die Kate am Nehusweg? Böhrnsen: „Ich bin sicher, dass hier trickreich versucht wird, eine notwendige Sanierung eines Gebäudes zu vermeiden.“
Dem widerspricht Michael Ahrens: „Für die notwendigen Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten der Kate im Nehusweg 1 laufen aktuell die dazugehörigen Ausschreibungen“, so der Sprecher der Saga Unternehmensgruppe.
Dennoch bestehen Zweifel im Ort, ob die Kate umfassend saniert wird. „Wenn die Saga uns ernsthaft einen Treffpunkt zur Verfügung stellen will, dann sollte sie den Moorkathen sanieren“, sagt Böhrnsen.
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Rainer Böhrnsen aus Moorburg | 22.03.2017 | 20:23  
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