Wie weiter mit der Villa Jägerhof?

Die alte „Villa Jägerhof“ verfällt immer mehr. Foto: mag

Ehemaliges Ortsamt Süderelbe: Verkauf an Waldorfschule endgültig geplatzt – Stadt will Gelände gegen Höchstpreis verkaufen – Bäume dürfen nicht gerodet werden

Andreas Göhring, Süderelbe
Seit es am ehemaligen Ortsamt Süderelbe am Ehestorfer Heuweg ein paar „Baumpflegemaßnahmen“ gegeben hat, ist das Grundstück wieder frei zugänglich. Ein Schild warnt zwar vor einer Videoüberwachung, die Zufahrt direkt an die „Villa Jägerhof“ wird aber nicht mehr durch einen Zaun versperrt. Wird das marode Haus nicht mehr gebraucht?
Seit fünf Jahren steht das Haus leer. Damals musste das Kulturhaus Süderelbe seinen alten Standort verlassen, um das BGZ am Neugrabener Bahnhof zu beleben. Danach hat die Rudolf-Steiner-Schule vergeblich versucht, die Immobilie zu erwerben. Die Idee schien gut zu sein: Der Verein zur Förderung der Waldorfpädagogik wollte in dem alten Gemäuer seine Kindertagesstätte einrichten und damit in den Gebäuden der Rudolf-Steiner-Schule Platz für zusätzliche Räume schaffen.
Die Gespräche mit der Finanzbehörde müssen mühsam gewesen sein. Offenbar waren Gutachter bei der Einschätzung des Immobilienwertes – je nach Auftraggeber – zu völlig unterschiedlichen Ergebnissen gekommen. Im November 2017 waren die Verhandlungen endgültig geplatzt und die Finanzbehörde kündigte nun eine Ausschreibung für den Verkauf an.
„Nicht nachvollziehbar“, meint Harburgs SPD-Fraktionschef Jürgen Heimath, „wir sind dabei, das aufzuklären.“ „Das ist ein Skandal“, wettert CDU-Kreischef Ralf-Dieter Fischer. Offenbar verkaufe die Finanzbehörde solche Immobilien nur gegen Höchstpreis – ohne Rücksicht auf soziale oder kulturelle Aspekte. Diesen Vorwurf hat Fischer schon häufiger erhoben, der Landesbetrieb Immobilienmanagement und Grundvermögen (LIG) hat darauf jeweils lapidar geantwortet: „Der LIG äußert sich zur Wahrung seiner Verhandlungsposition in ständiger Praxis grundsätzlich nicht zu Kaufpreisen von Grundstücken.“
Und nun? Dass sich weitere Investoren melden, scheint unwahrscheinlich: Eine Rodung des alten Baumbestandes komme nicht in Frage, hatte das Bezirksamt schon 2016 mitgeteilt. Das Grundstück sei „fast flächendeck-end von einem sehr wertvollen, waldartig ausgebildeten, von mächtigen Einzelbäumen dominierten Gehölzbestand geprägt, der im hohen Grade schützenswert ist“. Also: Luxuswohnungsbau ist nicht möglich.
Zumindest bei der Formulierung der nun geplanten Ausschreibung will die Bezirkspolitik mitreden. Die CDU hat einen entsprechenden Antrag eingereicht.
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