Werft bald gerettet?

Der chinesische Konzern ZPMC wird sich in den nächsten Tagen entscheiden, ob er die insolvente Sietas-Werft übernimmt. (Foto: as)

Noch im Dezember soll die Entscheidung fallen, ob der chinesische Konzern ZPMC die Sietas-Werft übernimmt

- Karin Istel, Neuenfelde - Hoffnung für die insolvente Sietas-Werft: Der chinesische Stahlbaukonzern ZPMC ist an der Sietaswerft interessiert. Eine Entscheidung, ob die chinesische Firma die Sietas-Werft übernimmt, soll angeblich bereits in diesem Jahr fallen.
Noch haben rund 130 Menschen Arbeit auf der Werft. Sie stellen die „Aeolus“ fertig. Das Schiff wurde von einer niederländischen Firma in Auftrag gegeben und wird zur Errichtung von Windparks gebraucht. Es kostet 120 Millionen Euro und ist damit das teuerste und komplexeste Schiff, das bislang auf der deutschen Traditionswerft gebaut wurde.
Wenn die Arbeiten an der „Aeolus“ voraussichtlich im März abgeschlossen sein werden, ist auch für die letzten Mitarbeiter Schicht im Schacht. Die Werft ist seit 2011 insolvent. Der Großteil der Belegschaft wechselte bereits in eine Transfergesellschaft.
Nun gibt es verstärkte Hoffnung für die Werft: Entscheidet sich das chinese Unternehmen ZPMC in den nächsten Tagen, die Werft zu übernehmen, könnte der Werftbetrieb im April ohne Unterbrechung weiterlaufen. „Wir haben ein hohes Interesse daran, dass ZPMC bei Sietas investiert“, heißt es aus der Wirtschaftsbehörde.
Der Stahlbau- und Schwerlastkonzern ZPMC ist Weltmarktführer beim Bau von Containerbrücken und fertigt Schwergutschiffe an, um die Brücken an Häfen weltweit auszuliefern. Die Chinesen interessieren sich besonders für die Erfahrung von Sietas im Bereich Schwerguttransport, aber auch für das neue Offshore-Windkraft-Errichterschiff.
Sietas könnte zukünftig Errichtersschiffe für Offshore-Windparks oder Saugbagger für die Landaufspülung beisteuern. „Eine Idee ist, dass Sietas in Neuenfelde Prototypen ent-
wickelt, die dann in China in Serie gehen könnten“, sagt Sitas-Sprecher Cord Schellenberg.
Sollte ZMPC die Sietas-Werft übernehmen, wäre dies der erste Einstieg eines chinesischen Großunternehmens bei einem mittelständischen Hamburger Industrieunternehmen, heißt es aus der Handelskammer Hamburg.
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