Verrückt nach bunten Steinen

Mit einem Mosaik kann man alte und unscheinbare Gegenstände in wahre Schmuckstücke verwandeln. Diesen Krug hatte Maren Brodersen von einer Bekannten bekommen und dann mit Mosaiksteinchen verziert. Foto: bk (Foto: Annekatrin Buruck)
Hamburg: Finkenwerder |

Wochenblatt-Serie: Künstler aus Süderelbe
Vorgestellt: Finkenwerderin Maren Brodersen macht Mosaik-Kunst

von Annekatrin Buruck
Bei Maren Brodersen dreht sich alles um kleine, bunte Steinchen. Mit ihnen verziert sie Spiegel, Tische und Bänke, peppt alte Blumentöpfe und Vasen auf oder verwandelt ausrangierte Stühle in wahre Schmuck-stücke. Die 45-jährige gebürtige Finkenwerderin ist der Mosaik-Kunst verfallen.
„Danach kann man wirklich süchtig werden“, gibt Maren Brodersen zu. Erwischt hatte es sie, als sie vor rund sieben Jahren auf die Internetseite der Künstlerin Dine Brändle stieß. „Die hat einen alten Bahnhof gekauft und renoviert – mit ganz viel Mosaik“, erzählt Maren Brodersen. Sie druckte sich die Arbeitsanleitungen aus, fuhr in den Baumarkt, kaufte Hammer, Kacheln, Kleber und Fugenmasse und legte los.
„Mein erstes Werk war ein Blumentopf, den ich verziert habe“, erinnert sie sich. Ganz nett, wie sie fand, aber richtig gut wurde sie erst, als sie mehrere Kurse belegt hatte. „Mosaik ist eben ein Kunsthandwerk – eine Kunst, aber auch ein Handwerk, das man lernen muss“, findet Maren Brodersen, die mit ihrem Mann am Finksweg wohnt.
Besonders beeindruckt war sie von einem Mosaikkurs im italienischen Ravenna. „Dort lernt man die Technik so, wie sie früher genutzt wurde“, erzählt die Künstlerin. Die Steine werden dabei nicht mit der Zange zerkleinert, sondern mit Hammer und Keil. „Und man verwendet nur Marmor und Smalten, das sind ganz besondere Glassteine.“
Vor knapp drei Jahren gab sie schließlich den eintönigen Bürojob auf, den sie damals hatte und widmet sich seitdem ganz der Kunst. Anfang 2010 eröffnete sie ihre Werkstatt an der Müggenburg, wo sie selbst Mosaikkurse anbietet und ihre Arbeiten verkauft.
Was sie am Mosaik besonders liebt – von den dekorativen Objekten, die dabei entstehen, abgesehen – ist seine entspannende Wirkung. „Mosaik hat was Meditatives“, findet Brodersen. „Das ist fast wie eine Therapie für Leute, die zu viel Stress haben.“
Für die Zukunft hat sie – im wahrsten Sinne des Wortes – große Pläne. „Eine große, schöne Skulptur für Finkenwerder zum Beispiel – das wäre mein Traum.“
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