Tag des offenen Ateliers im Kulturhaus Süderelbe

Christa Lindemann arbeitet an einer lebensgroßen Büste ihrer Mutter aus Holz. Foto: sl
SABINE LANGNER, NEUGRABEN
„Ich finde es immer noch faszinierend, wie aus einem Klumpen Ton im Laufe der Zeit etwas ganz Neues und Schönes entsteht.“ Erika Kollna ist seit fast 30 Jahren infiziert mit dem „Töpfervirus“. Jeden Montag trifft sie sich im Kulturhaus Süderelbe mit anderen begeisterten Hobbytöpfern, um unter der Anleitung von Dörte Ellerbrock Schalen, Teller, Figuren, Teelichter, Duftlampen und andere irdene Ziergegenstände herzustellen. Natürlich musste sie auch nicht lange nachdenken, als Dörte Ellerbrock alle Kursteilnehmer bat, beim Tag des offenen Ateliers ihre Kunstfertigkeit zu zeigen.

Jeder Raum des erst im Juni feierlich eingeweihten neuen Kulturhauses Süderelbe war an diesem Tag belegt und zeigte gleichzeitig die große Vielfalt des Angebotes. Schon von weitem konnten sich die Besucher von der afrikanischen Trommelgruppe leiten lassen. Begleitet von diesen Rhythmen saßen und standen in den Kursräumen Teilnehmer und Gäste. Sie malten und töpferten, sie zeichneten und tanzten, sie spielten Theater und Klavier.

Den Tag der offenen Tür nutzten die regulären Kursteilnehmer, an ihren Projekten zu arbeiten. Christa Lindemann entschied sich im Jahr 2005 für einen Holzschnitzer-Kurs. „Damals suchte ich eine neue Schale für Obst“, erinnert sich die Beamtin. „Aber die, die mir gefallen hat, sollte 70 Euro kosten. Da habe ich beschlossen, dass ich so etwas auch selber machen kann.“ Die Schale ist lange fertig. Jetzt arbeitet Christa Lindemann an einer lebensgroßen Büste von ihrer Mutter. Wenige Meter weiter töpfert Christina Karberg eine Schale. „Das wird ein Weihnachtsgeschenk für ganz besonders liebe Menschen“, sagt sie. Für die junge Frau, die im vergangenen Jahr ihren Verlobten beerdigen musste, ist das Töpfern eine Möglichkeit, ihre Trauer zu verarbeiten und gleichzeitig ihre Hände beweglich zu halten.

Einen Raum weiter atmen Cornelia Nack und Harry Thomßen noch mal tief durch. Die beiden wollen im Kulturhaus Süderelbe eine Theatergruppe etablieren. Bisher gibt es erst drei Schauspieler und den Regisseur Harry Thomßen. Für den heutigen Tag gibt es dementsprechend nur einen Zwei-Personen-Sketch. „Aber wir wollen gern eine richtige Truppe bilden und suchen Menschen jeden Alters, die Lust haben, zu spielen und auch solche, die Spaß an Technik haben“, wirbt Harry Thomßen für das neue Projekt.

Info
Der Tag des offenen Ateliers war gleichzeitig der Startschuss zu den Kulturtagen Süderelbe. Bis zum 4. November findet an zahlreichen Orten ein kunterbuntes Veranstaltungsprogramm statt. Ausstellungen und Lesungen, Bilderbuchkino für Kinder und festliche Bläsermusik sind nur einige Höhepunkte. Das komplette Programm findet man im Internet unter www.kulturtage-suederelbe.de oder auf einem der Flyer, die in allen öffentlichen Einrichtungen kostenlos ausliegen.
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