Seeadler vs. Airbus - Airbus vs. Seeadler?

Seeadler vor dem Airbustower, 10.05.2014
 
Jugendlicher Seeadler, vorfolgt von einem Mäusebussard auf dem Airbus-Gelände, 03.03.2013
Hamburg: Airbus | Seit letztem Donnerstag taucht das Thema in den Medien auf:
Seeadler besuchen regelmäßig das Gelände des Flugzeugbauers Airbus und stellen für besonders für startende Flugzeuge ein Risiko dar.
In der Umgebung von Airbus, dem größtem Arbeitgeber der Hansestadt, brüten zwei Paare der in Deutschland nach wie vor streng geschützten Seeadler.

Die Entfernung der beiden Nester zur Start- und Landebahn liegt bei knapp 2 bzw. 5 km. Das Nahrungsangebot auf dem Werksflugplatz lockt die vier adulten Seeadler ebenso an wie zahlreiche Rabenkrähen, Mäusebussarde, Turmfalken und andere mehr. Derzeit benötigen die Greifvögel besonders viel Nahrung, da sie ihre Jungen versorgen müssen. Die zahlreichen Beutetiere an der kilometerlangen Asphaltpiste kommen da gerade recht. Zu den beiden Seeadler-Paaren, deren Reviere sich bei Airbus überschneiden, kommen gelegentlich noch vagabundierende, nicht geschlechtsreife Jungadler.
Bereits seit Jahren sind in Finkenwerder regelmäßig Seeadler zu beobachten, die Bestände in Deutschland nahmen in den letzten Jahren deutlich zu. Vor allem durch die Nutzung von DDT in der Landwirtschaft waren sie Anfang der 1970er Jahre fast ausgestorben. In Hamburg gibt es derzeit 3 Brutpaare, auf der Elbinsel Neßsand, knapp auf niedersächsischem Boden, ein weiteres.
Seeadler stellen eine Gefahr für startende und landende Flugzeuge dar - keine Frage. Umgekehrt ist es jedoch ebenso.

Bleibt realistisch betrachtet nur die Vertreibung der Tiere vom Flughafengelände.


Von Dauer wird diese jedoch nicht sein - die Adler werden immer wieder kommen, angelockt von leichter Beute. Eine Vergrämung wie sie derzeit praktiziert wird ist somit völlig legitim und im Interesse aller, aber auch eine echte Sisyphusarbeit. Es ist davon auszugehen, dass der Vogelschlagbeauftragte von Airbus mit seiner Erfahrung und Fachkenntniss die richtigen Mittel ergreift und Flugzeuge wie Vögel unbeschadet bleiben. Ein Abschuss der Adler, wie mehrfach von anonymen Kommentatoren im Internet gefordert, wird ganz sicher nicht ernsthaft zur Diskussion stehen.

Trotz aller Maßnahmen wird man eine Kollision nie gänzlich ausschließen können - damit werden sich alle Seiten, Naturschützer wie Flugzeugbauer, abfinden müssen.

Damit die Adler trotz Vergrämung auf dem Airbus-Gelände eine solide Nahrungssituation vorfinden und ihre Jungen ausbrüten und großziehen können, ist allerdings auch der konsequente Schutz der Lebensräume, speziell der Alten Süderelbe notwendig. Hier stören regelmäßig Angler, Paddeler, Modellflieger aber auch Fotografen mit ihren illegalen Aktivitäten in den eigentlich nicht zugänglichen Bereichen der Naturschutzgebiete Finkenwerder Süderelbe und Westerweiden. Hier ist es an der Politik die zuständigen Behörden finanziell und personell besser auszustatten, damit diese wirksame Maßnahmen zum Schutz der Biotope ergreifen können.

Alles, was gegen die Natur ist, hat auf Dauer keinen Bestand. (Charles Darwin)
In diesem Sinne - es geht nur gemeinsam!

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