Schüler durften mitbestimmen

Noch sind die neuen großen Spielgeräte auf dem Schulhof der Schule Schnuckendrift verwaist, aber in wenigen Tagen werden hier in jeder Pause Kinder toben. Foto: pr

Neue Spielgeräte an der Grundschule Schnuckendrift

Von Sabine Langner.
Was macht eine Handvoll Grundschüler mit 1.500 Euro? Sie schieben ein Großprojekt für 17.000 Euro an. Auf diese einfache Formel lässt sich eine Geschichte an der Grundschule Schnuckendrift in Fischbek bringen.
Als Peter Böckstiegel 2011 neuer Schulleiter an der Schule wurde, war eine seiner ersten Amtshandlungen, eine Kinderkonferenz ins Leben zu rufen. Viermal im Jahr treffen sich die Vertreter aller Klassen und auch der Stammgruppen der Ganztagsschule. Aus Energieeinsparungen hatte die Schule 1.500 Euro übrig, die die Kinder für eigene Projekte ausgeben durften. Doch statt kleines, niedliches Spielzeug davon zu kaufen, wollten die Kinder ordentliche Spielgeräte auf dem Schulhof.
Fast drei Jahre lang zog sich Planung hin. Langwierige Abstimmungsprozesse wurden eingeleitet, damit auch alle Schüler mit der Lösung einverstanden sind. Die ersten Schüler verließen die Schule, neue folgten nach - auch die mussten mit ins Boot geholt werden.
Die Kinder bastelten kleine Modelle, konferieren und diskutierten. Als am Ende der Plan und die Angebote für die neuen großen Spielgeräte standen, war das Projekt auf 17.000 Euro angewachsen. Auch hier zeigten die Schüler Engagement. Rund 10.000 Euro sammelten sie bei einem Spendenlauf. Andere Kinder sammelten alte Edding-Stifte ein und bekamen fürs Recycling Geld. Eltern verkauften unermüdlich selbst gebackene Kuchen.
Jetzt ist alles fertig, und am Freitag, 3. Juli, feiern 300 Schüler mit ihren Eltern und den Lehrern die feierliche Einweihung von sieben neuen Spielgeräten an drei verschiedenen Orten der Schule Schnuckendrift. Schulleiter Peter Böckstiegel ist begeistert von dem Engagement der Kinder. „Ich dachte ja, die kaufen von dem ersten Geld ein paar Kleinigkeiten, aber dass sie ein solches Projekt angeschoben haben, finde ich großartig,“ schwärmt er. „Und ganz nebenbei haben sie gelernt, wie Demokratie funktioniert und wie lange demokratische Prozesse dauern können. Super!“
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.