Naturschutz vor der Haustür

Erst wurde gepflanzt, dann begossen: Die Kinder gaben sich große Mühe beim Anlegen des Blumenbeetes. Foto: pr

Vogelkamp Neugraben: 300 Kinder legten eine große Blumenwiese für Bienen an

Von Andreas Göhring. Das werden sie nicht so schnell vergessen: Auf Einladung der IBA Hamburg GmbH waren mehr als 300 Kinder aus Kitas und Grundschulen in das neue Wohnquartier Vogelkamp gekommen, um etwas für die Natur zu tun. Mit fachkundiger Begleitung legten sie auf einer bisher brachliegenden Fläche eine Blumenwiese an und verstreuten Saatgut für allerlei bunt blühende Pflanzen.
Die Blüten sollen später einmal Bienen anlocken. Denn es ist kaum zu glauben: Die Bienen sind vom Ausstreben bedroht. Pestizide, schlechte Luft, immer weniger Lebensräume, aber auch penible Gartenbesitzer, die jeden Quadratzentimeter Garten mit dem Rasenmäher kurz halten, sind die größten Feinde der äußerst nützlichen Insekten.
Schon jetzt klagen Obstbauern im Alten Land über den auffälligen Mangel an Bienen. Sollen sie etwa Apfel- und Kirchblüten selbst bestäuben wie es die Menschen in China bereits tun?
„Im Vogelkamp Neugraben entstehen bis 2019 rund 1.500 neue Wohneinheiten in unmittelbarer Umgebung zum Vogelschutzgebiet ,Moorgürtel’“, sagt Karen Pein, INA-Geschäftsführerin. „Daher möchten wir die Menschen für Naturschutz vor der eigenen Haustür sensibilisieren und nutzen unsere noch unbebauten Flächen, um direkt vor Ort das Umweltbewusstsein der Kinder zu stärken.“
Die Kids waren jedenfalls begeistert, bei strahlendem Sonnenschein draußen in der Natur etwas Nützliches zu tun. Sie waren bestimmt nicht das letzte Mal auf der Blumenwiese, und wohl kaum einer von ihnen wird jemals wieder achtlos eine Blume pflücken.
Zur Stärkung gab es nach der Gartenarbeit leckere Pfannkuchen, gebacken auf der rustikalen Feuertonne, und eine Honig-Probier-Station mit verschiedenen Sorten der natürlichen Leckerei. Anschließend vermittelte das
Infohaus Fischbeker Heide der Loki-Schmidt-Stiftung den Kindern Wissenswertes über Bienen und erklärte, welch große Bedeutung sie für Natur und Mensch haben. Als Andenken an den lehr- und erlebnisreichen Tag, konnten die Kleinen eigene Bienenwachskerzen rollen und mit nach Hause nehmen.
Doch nur einen Tag später war es aus mit der Idylle: Unbekannte hatten die neue Wiese zerstört. Die Markierungen wurden zerfetzt, auf der frisch angelegten Fläche wurde rumgetrampelt und es wurden Löcher gebuddelt. Hoffentlich wächst trotzdem noch was!
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