Mord im Wiedauweg

Die Leiche der zweijährigen Aeysha wird abtransportiert. Foto:güler

Vater soll zweijährige Tochter getötet haben – 
jetzt konnte er in Nordspanien festgenommen werden

Karin Istel, Neuwiedenthal
Es war der grausame Höhepunkt familiärer Gewalt:  der Tod der zweijährigen Aeysha. Ihr Vater soll ihr die Kehle durchgeschnitten haben. Der 33-jährige Pakistaner flüchtete, konnte am Sonntag in Nordspanien festgenommen werden. Montagabend vor einer Woche: Nach einem Streit nahm Ludna A. ihren sechsjährigen Sohn und ging zur Polizei, um sich Hilfe zu holen. Ihre zweijährige Tochter Aeysha ließ sie in der Obhut ihre Mannes Sohail A. zurück. Als die Frau mit der Polizei in die Wohnung am Wiedauring zurück-kehrte, um den Mann aus der Wohnung zu schicken, fanden die Polizisten die Tochter tot vor. „Wir sind alle traurig und erschrocken zuglich über dieses furchtbare Verbrechen“, so Philipp Heißner (CDU). „Was muss in einem Mann vorgehen, der seiner zweijährigen Tochter die Kehle durchschneidet?“
Gewalt, das war für Sohail A. kein Fremdwort: Er gilt als hochaggressiv. Es kam in Familie A. häufiger zu handgreiflichen Auseinandersetzungen. Deshalb betreute das Jugendamt die Familie schon seit längerem. Doch die Kinder blieben in der Familie. Noch im Juni bescheinigt das Amt, dass Vater und Tochter eine intensive Beziehung hätten. Trotz der beiden laufenden Ermittlungsverfahren gegen Sohail A. wegen Körperverletzung des Stiefsohnes und Bedrohung des Schwagers, geht das Jugendamt dennoch davon aus, dass mit einer Zuspitzung der Gewaltsituation nicht zu rechnen sei. „Wenn der Vater als Gewalttäter bekannt ist, und die Familie engmaschig betreut wird, ist es eigentlich Aufgabe der Behörden, genau solchen Fällen vorzubeugen“, so Heißner.
Auch sonst ist Sohail A.
bei den Behörden kein Unbekannter. Sein Asylantrag wird im Januar 2012 abgelehnt. Im Juli 2012 soll er aus einer Erstaufnahme im hessischen Gießen abgeschoben werden. Sohail A. legt Rechtsmittel dagegen ein, „verliert“ seinen Ausweis, um die Abschiebung aufzuhalten. Er bleibt in Deutschland, heiratet seine Frau Lubna in Hamburg. Sie bekommen die gemeinsame Tochter Aeysha.

Die Familie lebt zusammen, doch die Gewalt spitzt sich immer weiter zu. Ludna A. will ihren Mann verlassen. Der droht, die gemeinsame Tochter zu entführen oder sogar zu töten. Und macht es wahr. „Polizei und Behörden müssen jetzt ihre Arbeit tun“, ruft Sabine Boeddinghaus, Familienexpertin der Linken, zur Besonnenheit auf. In seiner nächsten Sitzung am 3. November wird sich der Familienausschuss der Bürgerschaft wird sich mit dem Tod der Zweijährigen beschäftigen.
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