Moorburger wehren sich gegen neuen Schlickhügel

Auf einem früheren Entwässerungsfeld will die Stadt Hamburg einen Deponieberg für Hafenschlick errichten. Foto: pr

Rund drei Millionen Kubikmeter Baggergut sollen gelagert werden

Annekatrin Buruck. Moorburg kommt nicht zur Ruhe. Neben der Unterbringung eines ehemaligen Sicherungsverwahrten und den seit Jahren drohenden Hafenerweiterungsplänen zerrt ein weiterer Konflikt an den Nerven der Einwohner: Auf einem früheren Entwässerungsfeld in Moorburg-Mitte will die Stadt Hamburg einen Deponieberg für Hafenschlick errichten. Er soll den Schlickhügel in Francop ersetzen, der allmählich an seine Grenzen stößt.
Auf dem 45 Hektar großen Gelände südlich des Moorburger Elbdeichs laufen zurzeit verschiedene Untersuchungen. „Im Juni 2012 hatten wir hier einen so genannten Scopingtermin“, erläutert Alexander Schwertner, Sprecher der Hamburg Port Authority (HPA). Hier wurde zusammen mit Umweltverbänden und dem Moorburger Gesprächskreis festgelegt, welche möglichen Auswirkungen der Deponie auf Mensch und Natur untersucht werden müssen. Sobald Ergebnisse vorliegen, will die HPA die Moorburger zu einem erneuten Gespräch einladen. „Auf jeden Fall vor dem Planfeststellungsverfahren im nächsten Jahr“, verspricht der HPA-Sprecher.
Die Bürger lassen sich dadurch nicht beruhigen. „Die Bevölkerung ist komplett gegen die Deponie“, macht Claudia Kulenkampf vom Arbeitskreis Infrastruktur klar. Die Menschen haben Angst vor Schadstoffen, die entweder durch die Luft zu ihnen getragen werden oder ins Grundwasser einsickern können. „Das Gelände vom Sportverein grenzt unmittelbar an das Spülfeld“, empört sich Kulenkampff, „auch das Kinderland Moorburg und ein Trinkwasserbrunnen sind nur rund 400 Meter entfernt.“
Auf der geplanten Deponie in Moorburg sollen rund drei Millionen Kubikmeter Baggergut Platz finden. In Francop werden es bis zur Schießung acht bis neun Millionen Kubikmeter sein. Bei der Suche nach einer neuen Deponie hatte die Stadt 31 mögliche Standorte ins Auge gefasst; vier waren in die engere Auswahl gekommen. „Moorburg war davon der geeignetste“, erklärt Schwertner. Da die HPA mit Klagen rechnet, dürfte der neue Schlickhügel nicht vor 2017 fertig sein.
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